Bei einem Besuch des Industriestandorts Schwedt hat Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) gemeinsam mit Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) einen Förderbescheid in Höhe von rund 350 Mio. Euro für das Projekt „Brandenburg eSAF“ übergeben. Das Joint Venture von Enertrag SE und Zaffra B.V. zielt mit dem durch das Land kofinanzierten Vorhaben auf die Herstellung synthetischer Kraftstoffe auf Basis von grünem Wasserstoff und biogenem CO₂ und stärke damit den Aufbau regionaler Kraftstoffversorgungsketten, heißt es in einer Mitteilung des BMWE.
Das Projekt „Brandenburg eSAF“ wurde unter dem Namen „Concrete Chemicals“ über das IPCEI Wasserstoff ausgewählt. Es hat im August 2025 einen Zuwendungsbescheid über 350 Mio. Euro erhalten (davon 70 Prozent Bund, 30 Prozent Land Brandenburg). Ursprünglich war eine Umsetzung am Standort Rüdersdorf geplant gewesen. BMWE und die Landesregierung unterstützten jedoch den von den Unternehmen gewünschten Standortwechsel des Projekts nach Schwedt. Anfang April 2026 konnte nun auch die entsprechende Änderungsgenehmigung bei der Europäischen Kommission erwirkt werden, sodass für die Umsetzung in Schwedt die finale Rechtssicherheit gegeben ist.
Kapazität deckt 25 Prozent der deutschen eSAF-Beimischquote
Brandenburg eSAF soll ab 2030 jährlich mehr als 30.000 Tonnen eSAF auf dem Gelände der PCK-Raffinerie in Schwedt erzeugen, berichtet Enertrag. Die Anlage stellt über das Fischer-Tropsch-Verfahren klimaneutrale Flugkraftstoffe her, die im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen mehr als 90 Prozent weniger CO2-Emissionen verursachen. „Mit dieser Kapazität deckt das Projekt ein Viertel der deutschen eSAF-Beimischquote ab, die die ReFuelEU Aviation-Verordnung ab 2030 vorschreibt“, betont das Unternehmen.
Das Projekt sei damit das derzeit größte Vorhaben zur Produktion von synthetischen Kraftstoffen in Deutschland. Als Nebenprodukt wird nachhaltiges Naphtha produziert, das als Rohstoff für die Chemieindustrie genutzt wird. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt mehr als 500 Mio. Euro, davon fördert der Bund 245 Mio. Euro und das Land Brandenburg 104 Mio. Euro.