Führende Unternehmen der Biogasbranche haben gemeinsam „Branchenempfehlungen für die Legislaturperiode 2025-2029“ veröffentlicht. Auf dem Weg zu einer sauberen, sicheren und bezahlbaren Energieversorgung spiele Biogas eine Schlüsselrolle, heißt es in dem Papier. Gezeichnet ist es von Nexogas, Verbio, Balance, biogeen, Loick, der DAH Gruppe und EnVitec.
Bereits heute vermeide Biogas flexibel und kosteneffizient jährlich über 20 Mio. Tonnen Treibhausgasemissionen in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr, betonen die Unternehmen. Bei der Transformation der deutschen Industrie stelle Biogas perspektivisch auch für die stoffliche Nutzung den notwendigen erneuerbaren Kohlenstoff bereit. Mit fast 300 Anlagen und einer Leistung von 800 MW hätten die Unterzeichner einen großen Anteil an der heimischen Biogasproduktion im Umfang von 8 TWh.
Aus unternehmerischer Sicht müssten auf der politischen Ebene fünf Empfehlungen berücksichtigt werden:
1. Sicherung der bestehenden Optionen des Gasnetzzugangs aus der Gasnetzzugangsverordnung, um den Anschluss von Biogasanlagen an das Gasnetz zu realisieren. Nur so könne das zu Erdgasqualität aufbereitete Biogas in der bestehenden Infrastruktur kosteneffizient transportiert, gespeichert und flexibel stofflich und energetisch im notwendigen Umfang genutzt werden.
2. Weiterentwicklung einer langfristigen, praktikablen und sicheren Rahmengesetzgebung für die Biogasproduktion, die mittels sektorübergreifenden oder sektorspezifischen Ausbaupfad Investitionssicherheit schafft (bspw. mit einer Grüngasquote sowie einer Erhöhung des EEG-Ausschreibungsvolumens). „Dazu gehört, dass der Bestandsschutz bei der Umsetzung von EU-Recht angemessen gewürdigt wird.“
3. Schaffung einer einheitlichen, zentralen Lösung zur Nachweisführung von europäischen und nationalen Zertifizierungen zur Nachhaltigkeit, Herkunftsnachweisen, Subventionen und Nachweisverpflichtungen, in der alle relevanten Daten gesammelt werden können, um die Vielzahl bestehender Register abzulösen. So werde ein fairer Wettbewerb und EU-weiter Handel gewährleistet. Zudem würden Fehler, Doppelbuchungen und überbordende Kosten vermieden.
4. Vorrang für Genehmigungsverfahren, der dazu führe, dass alle Projekte im Bereich erneuerbare Energien diskriminierungsfrei in Organisation und Dauer des Verfahrens zur Genehmigungserteilung beschleunigt und bevorzugt werden. „Das ist eine wesentliche Gelingensbedingung für die notwendigen Investitionen in die heimische Erneuerbaren Branche.“
5. Abschaffung von Biomassebeschränkungen für die Biogasproduktion und Biogasvermarktung, die über die Nachhaltigkeitskriterien und weitere Regelungen der europäischen Erneuerbare-Energien-Richtlinie hinausgehen, um einen möglichst hohen Anteil des verfügbaren heimischen technischen Primärenergiepotenzials von Biogas zu nutzen.
„Diese Branchenempfehlung ist ein starkes Signal an Politik und Gesellschaft“, heißt es bei der DAH-Gruppe. Die Forderungen seien an Bundestags- und Landtagsabgeordnete, Ministerien und Verbände versendet worden.