Das Marktvolumen des globalen Batteriemarkts wird von 60 Mrd. USD im Jahr 2015 auf über 90 Mrd. USD steigen. Zu dieser Einschätzung gelangt die Strategie- und Innovationsberatung Arthur D. Little in der aktuellen Studie „The Future of Batteries: Winner takes all?”. Auf der Grundlage umfangreicher Marktanalysen sind die Experten von Arthur D. Little zu dem Ergebnis gekommen, dass insbesondere Innovationen wie Festelektrolyt-Lithium-Ionen-Batterien die bestehenden Batterietechnologien langfristig ablösen werden.
Die stark verbesserte Leistungsfähigkeit und die gute Energiedichte werden dem Beratungsunternehmen zufolge zu den entscheidenden Faktoren, die der neuen Technologie zum Durchbruch verhelfen werden. Die steigende Nachfrage und die Zahlungsbereitschaft der Nutzer für hoch entwickelte Lösungen sprächen dafür, dass die neue Generation der Lithium-Ionen-Batterien einen relativ schnellen industriellen Durchbruch erleben wird.
In den letzten beiden Jahren wurden bereits 13,7 Mrd. USD investiert
Etablierte und neue Akteure haben der Studie zufolge in den letzten beiden Jahren bereits mehr als 13,7 Mrd. US-Dollar investiert. Mit fünf Mrd. US-Dollar hohen Investitionen führen Tesla und Panasonic die Rangliste vor CATL of China mit einem Investitionsvolumen von 2,9 Mrd. US-Dollar an, es folgen Asahi Kasei mit 2,2 Mrd. USD, Dyson mit 1,4 Mrd. USD, sowie Daimler und Total mit jeweils 1,1 Mrd. USD. Treibende Trends hinter der sich beschleunigenden Batterieentwicklung sind die wachsenden Anforderungen in verschiedenen Einsatzbereichen. Allen voran in der Elektromobilität, als Speicher für erneuerbare Energien, sowie in der Unterhaltungselektronik.
Trotz des aktuellen Investitionsbooms, an dem Akteure aus verschiedenen Branchen, darunter Automotive, Technologie, Konsumgüter, Energieversorger und der Chemieindustrie beteiligt sind, zeigt die neue Studie, dass die Ausfallrisiken hoch sind. Die aktuelle Goldgräberstimmung habe etablierte wie auch neue Wettbewerber in das Rennen um die Batterien der Zukunft einsteigen lassen. Doch nur Unternehmen, die erfolgreich komplexe Innovationsökosysteme aufbauen, mit einer Reihe von Partnern zusammenarbeiten und exzellentes Humankapital und Innovationsstärke einbringen, haben Arthur D. Little zufolge tatsächlich Chancen, Marktanteile erfolgreich zu gewinnen und zu halten. Zudem sei es wichtig eine gute Materialbeschaffungsstrategie zu haben, um sich gegen volatile Preise der Kathoden-Rohstoffe abzusichern (siehe Grafik). Den Batterieherstellern bereite derzeit besonders das Kobalt-Angebot Kopfschmerzen.

Preise für EV-Batteriepacks müssen auf 100 USD je kWh fallen
Der Bericht zeigt auf, dass Innovationen sowohl in Bezug auf neue Technologien als auch auf die Prozessumwandlung von entscheidender Bedeutung sind. Entscheidend sei es, schnell Kosten zu senken. „Wir gehen davon aus, dass EV-Batteriepackpreise auf 100 US-Dollar je kWh fallen müssen, um Elektrofahrzeuge mit Fahrzeugen ohne Verbrennungsmotor wettbewerbsfähig zu machen“, sagte Kurt Baes, Partner im Bereich Energy & Manufacturing. Derzeit seien die niedrigsten Kostenschätzungen bei 190 bis 250 US-Dollar je kWh. „Auch für die Energienetze in Regionen mit hoher Einspeisung in erneuerbare Energiequellen müssen die Batteriepreise um 50 Prozent gesenkt werden, um von gasbefeuerten Einheiten zu Batteriespeichern zu wechseln“, so Baes weiter. „Entsprechende Lösungen werden kommen – noch ist kein Wettbewerber entscheidend voraus.“
Nach Ansicht von Michaël Kolk, Partner und Leiter der Global Chemicals Practice, erlebt die Batterietechnologie derzeit die größte Disruption in ihrer 150-jährigen Geschichte. „Der sich entwickelnde Markt für Elektrofahrzeuge sowie die Notwendigkeit von Speichermöglichkeiten für Erneuerbare Energien machen neue Lösungen notwendig und versprechen gleichzeitig einen großen Markt. Die Risiken für neue Wettbewerber sind jedoch erheblich.“
Nach Ansicht der Strategie- und Innovationsberatung Arthur D. Little wird der globale Batteriemarkt bis 2025 stark wachsen. Welche Unternehmen werden jedoch in dem stark umkämpften Markt erfolgreich sein? Die aktuelle Studie von Arthur Little nennt folgende Erfolgsfaktoren:
► Aufbau von komplexen Innovationsökosysteme
► Zusammenarbeit mit einer Reihe von Partnern
► Exzellentes Humankapital
► Innovationsstärke bezüglich der Technologie (der Studie zufolge haben Festelektrolyt-Lithium-Ionen-Batterien das größte Potenzial) und der Fähigkeit, schnell Kosten senken zu können
► gut abgesicherte Materialbeschaffungsstrategie