Wie lässt sich das Energiesystem kosteneffizient auf 100 Prozent regenerative Energien ausrichten? Diese Frage umtreibt Politik und Wirtschaft nicht nur in Deutschland. Eine Studie von Wissenschaftlern der Universität Utrecht kommt jetzt zum Ergebnis, dass eine regenerative Vollversorgung bestmöglich erreicht werden kann, wenn ergänzende Strategien wie Abregelung, Speicher und flexible Nachfrage integriert werden. Die gelegentliche Abregelung von regenerativen Strommengen ist dabei eine strategische Komponente und kein Defizit des Stromsystems.
Rolle von Abregelung und Bedeutung der „firm kWh premium“
Auf dem Titel von ContextCrew Neue Energie 40.2025 stellen wir die Ergebnisse der Studie vor. Die Utrechter Wissenschaftler nutzen in ihrer Studie das Konzept einer „firm kWh premium“, das die tatsächlichen (System)-Kosten einer verlässlichen Stromversorgung sichtbar macht und damit eine häufige Kritik an Studien aufgreift, die Stromgestehungskosten (LCOE) unterschiedlicher Technologien in den Fokus stellen. Die Modellierung zeigt, dass intermittierende Erneuerbare in Verbindung mit kurzfristigen Speichern direkt 92,5 Prozent des Strombedarfs decken können. Nur 7,5 Prozent sind am effizientesten durch grünen Wasserstoff bereitzustellen.
ContextCrew Neue Energie verdichtet das Branchengeschehen wöchentlich in einem kompakten 24- bis 28-seitigen Informationsdienst mit rund 50 Berichten und Analysen im nachrichtlichen Format. An der Spitze der Informationspyramide im redaktionellen Konzept steht die Energiewoche als nochmals zugespitztes Format, das die zentralen Entwicklungen der Berichtswoche auf den Punkt bringt. In den vergangenen Wochen sind folgende Berichte veröffentlicht worden.
- Energiewoche 39/2025: Energiewende-Monitoring: Der Überblick
- Energiewoche 38/2025: Energiewende-Monitoring und Erneuerbaren-Investitionen
- Energiewoche 37/2025: „Steuerbare Kapazitäten“ sind mehr als „Gaskraftwerke“
- Energiewoche 36/2025: „Deadline-Day“ in der Bioenergiebranche
- Energiewoche 35/2025: 1.000 TWh mehr Ökostrom – jedes Jahr
- Energiewoche 34/2025: 100 Tage Bundesregierung
- Energiewoche 33/2025: Energiepaket: Gasspeicher, Geothermie, RED III, EnWG
- Energiewoche 32/2025: PPA-Markt im Wandel
- Energiewoche 31/2025: Stromgestehungskosten: Erneuerbare im Vorteil
- Energiewoche 30/2025: Halbjahresbilanz Erneuerbare
Einen Vorstoß in Richtung flexibler Nachfrage im Industrie- und Gewerbebereich unternimmt derweil die Bundesnetzagentur, die ein Diskussionspapier zur Reform von Sondernetzentgelten und Bandlastprivileg vorgelegt hat. Die Netzbehörde macht drei konkrete Vorschläge wie die „nicht mehr zeitgemäße“ Regelung in ein System überführt werden könnte, das Flexibilitäten in dem Sektor hebt. Der Vorschlag umfasst spotmarktorientierte Flexibilitätsanreize, netzdienliche Flexibilisierung und netzdienliche Anforderungen des Flexibilitätseinsatzes durch Netzbetreiber. „Wir nehmen die zahlreichen Beiträge in der Konsultation aus dem letzten Jahr sehr ernst. Deswegen wollen wir jetzt mögliche Lösungsansätze diskutieren, in die Erkenntnisse aus der Konsultation eingeflossen sind“, sagt Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur.
Windenergie: Wettbewerb lässt Zuschlagspreise schrumpfen
Ebenfalls von der Bundesnetzagentur kommen gute Nachrichten für den Ausbau der Windenergie: In der jüngsten Ausschreibungsrunde wurden Gebote im Umfang von 5.739 MW registriert – im Ergebnis konnten 376 Gebote mit einer Zuschlagsmenge von 3.448 MW einen Zuschlag erlangen. Durch den hohen Wettbewerb ist der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert mit 6,57 ct/kWh gegenüber der Vorrunde abermals verringert – und bereits weit vom zulässigen Höchstwert von 7,35 ct/kWh entfernt.
- Studie: Optimale Abregelung als Schlüssel für kosteneffizientes Erneuerbaren-System
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