Das Jahr 2025 war für die erneuerbaren Energien ein Umbruchjahr. Nachdem in der Legislatur der Ampelregierung der beschleunigte Ausbau der Wind- und Solarenergie im Fokus stand, ist das Thema Flexibilitäten nun endgültig ins Zentrum des öffentlichen Diskurses zur Energiewende gerückt. Das neue Jahr wird für die Branche ein ganz entscheidendes sein: Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) steht das vielleicht wichtigste Gesetz für Investoren, Projektierer und Betreiber vor einer grundlegenden Novelle.
Die erste Ausgabe von ContextCrew Neue Energie im neuen Jahr lenkt den Blick auf die zentralen Weichenstellungen, die im laufenden Jahr am Energiemarkt anstehen. „Die Erneuerbaren geben den Takt im Energiesystem vor. Der Rechtsrahmen muss dieser Entwicklung nun gerecht werden“, sagt Ursula Heinen-Esser, die Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE).
Auch Kerstin Andreae, die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, betont die inzwischen etablierte Verschiebung der Gewichte am Strommarkt: „Wind und Sonne sind inzwischen ganz eindeutig die Hauptstromlieferanten in Deutschland“, eine Erkenntnis, die auch aktuelle Zahlen des Fraunhofer ISE eindeutig belegen. Allein die Solarstromproduktion in Deutschland erreichte 87 TWh – davon waren 17 TWh Eigenverbrauch.

Die geplante EEG-Novelle müsse einen stabilen Ausbau der Erneuerbaren sicherstellen, fordert der BEE. „Eine Erneuerung des Strommarktdesigns, die Flexibilität belohnt und die zeitbasierte Förderung weiterentwickelt, ist erforderlich“, sagt Heinen-Esser. Erste Schritte dazu seien schon gemacht worden. Der Koalitionsvertrag gebe „wichtige Hinweise“, wie hier marktorientiert weiter gestaltet werden könne.
BEE: Wichtig, vorhandene Netzinfrastruktur besser zu nutzen
„Wichtig ist, die vorhandene Netzinfrastruktur besser zu nutzen. Dafür bleibt ein schneller und unbürokratischer Netzanschluss für Erzeuger, Speicher und flexible Verbraucher entscheidend“, so die BEE-Präsidentin weiter. Gleichzeitig gelte es, Flexibilitäten anzureizen, deren Bedeutung der Monitoringbericht zur Energiewende des BMWE unterstrichen hatte. „Wirtschaftliches Wachstum braucht Verlässlichkeit – deshalb muss die EEG Novelle schnell kommen und den weiteren Ausbau der Erneuerbaren mit Fokus auf Systemdienlichkeit und Kosteneffizienz sicherstellen”, so Heinen-Esser weiter.
Der BDEW wiederum sieht die Notwendigkeit, den Ausbau Erneuerbarer besser mit den Netzen in Einklang zu bringen und die Kosten- und Systemeffizienz stärker in den Fokus zu rücken. Dazu gehörten neben gezielten Förderanreizen auch die Optimierung bei Ausschreibungen, beispielsweise gilt es, beim Offshore-Wind-Ausbau die Verschattungseffekte zu reduzieren. Ein großer Hebel sei auch ein ernstgemeinter Bürokratieabbau.
BNetzA: 2.000 Kilometer Stromleitungen im Jahr 2025 genehmigt
Als Mutmacher in Sachen Netzausbau tritt derweil die Bundesnetzagentur auf. Im Jahr 2025 hat die Netzbehörde nach eigenen Angaben rund 2.000 Kilometer Stromleitungen genehmigt – etwa 45 Prozent mehr als im Vorjahr (2024: 1280 km). Insgesamt seien damit für rund 4.700 Leitungskilometer in Zuständigkeit der Bundesnetzagentur die Verfahren vollständig abgeschlossen. Zum ersten Mal seien die Genehmigungsverfahren für große Hochspannungs-Gleichstrom-Leitungen abgeschlossen. Für die „Stromautobahnen“ A-Nord, Ultranet, SuedLink und SuedOstLink hat die Bundesnetzagentur die Baugenehmigungen erteilt.
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