Vor Ostern hat es in Sachen EEG-Novelle und Netzanschlusspaket keinen neuen Sachstand gegeben, obwohl der ein oder andere darauf spekuliert hatte, dass das Bundeswirtschaftsministerium noch einen Referentenentwurf vor den Feiertagen lancieren könnte. Bekannt ist lediglich ein Papier des BMWE, in dem die Ausrichtung des neuen EEG skizziert ist.
Auf dem Titel von ContextCrew Neue Energie 15.2026 widmen wir uns der EEG-Novelle. Der Thinktank Agora Energiewende sieht die große Stärke des bestehenden EEG und damit das, was am dringendsten zu erhalten ist, in den sicheren Finanzierungsbedingungen, die das Gesetz bietet. „Es ermöglicht im internationalen Vergleich herausragend geringe Zinszahlungen und damit geringe Stromerzeugungskosten.“
„Nur noch für das zahlen, was tatsächlich einen Nutzen für das Stromsystem bringt“
Das BMWE wiederum stellt fest, dass man künftig nur noch für das zahlen werde, „was tatsächlich einen Nutzen für das Stromsystem bringt.“ Ein Kernpunkt der Novelle ist der europarechtlich gebotene Umstieg auf zweiseitige Differenzverträge. Wenig steht im Papier zur Ausgestaltung marktlicher Alternativen. Anlagen im EEG, die nicht mehr der Abschöpfung unterliegen sollen, werde der Ausstieg aus der staatlichen Absicherung ermöglicht – etwa für die langfristige marktliche Refinanzierung über PPAs, heißt es. Für die Branche ist das bislang sehr wenig, womit sie arbeiten kann. „Alles, was in Sachen ‚mehr Markt‘ im Koalitionsvertrag steht, vermissen wir“, kommentierte BWE-Geschäftsführer Wolfram Axthelm bei einem digitalen „Policy Brief“. Ein Umstand, den er als „etwas seltsam“ bezeichnete.
Für die Bioenergie am Strommarkt sieht das BMWE die Rolle als „Flexibilitätsanker“. Bioenergie brauche eine „klare und planbare Perspektive“, zugleich müsse die Kosteneffizienz des gesamten Erneuerbaren-Strommix dabei „im Blick behalten werden“. Bioenergie soll zur Versorgungssicherheit in Dunkelflauten beitragen, „aber kosteneffizient und systemorientiert“.
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