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Energiewoche 44/2025

Energiespeicher: Boomender Zubau „trotz, nicht dank der Regulierung“

Es gibt vermutlich kein anderes Segment im Kontext der Energiewende, das zeitnah vor einer stärkeren Expansionsphase steht als Energiespeicher. Mit dem beschleunigten Ausbau der volatilen regenerativen Energien Wind und Solar ist der Bedarf an Speicherinfrastruktur auch jenseits der Fachwelt deutlich ins Blickfeld gerückt. Aktuelle Zahlen von BloombergNEF dokumentieren das massive Marktwachstum der Energiespeicher. Der Branchenverband BVES merkt allerdings an: Flexibilitätstechnologien setzen sich hierzulande bisher trotz, nicht dank der Regulierung durch.

Der Titelbereich der Ausgabe 44.2025 von ContextCrew Neue Energie widmet sich dem aktuellen Status der Speichermärkte. Die BNEF-Studie rechnet weltweit mit einem Zubau von 92 GW / 247 GWh in diesem Jahr. Am deutschen Markt lautet der erwartete Zubau 5,7 GW / 9,8 GWh – ein Plus von 22 Prozent. Im kommenden Jahr beschleunigt er sich nochmals auf dann 7,2 GW / 13,3 GWh.

Bildquelle: BloombergNEF

Reibungslos verläuft das Marktwachstum derweil nicht: Die schiere Zahl von Großbatteriespeicherprojekten führt zu Engpässen auf der Netzzugangsseite. Die Bundesnetzagentur unternimmt nun einen Versuch, mehr Transparenz in die Vorgehensweise rund um Netzanmeldung, Netzentgelte und Baukostenzuschüsse zu bringen und hat ein FAQ veröffentlicht. Rechtlich verbindlich sind die Angaben dort aber offenbar nicht – und Marktbeobachter sehen bereits eine Reihe von Folgefragen, die sich aus dem BNetzA-Vorstoß ergeben.

Regulatorische Klarheit von Speicherbranche gewünscht – und in der Bioenergiebranche sieht es ähnlich aus

Regulatorische Klarheit ist etwas, das sich auch die Bioenergiebranche wünscht. Davon ist man recht weit entfernt. Im Stromsteuerrecht sorgt die geplante Streichung von Biomasse als erneuerbarer Energieträger weiter für Irritation, hier hat sich der Bundesrat mit einer klaren Stellungnahme zu Wort gemeldet und wendet sich gegen die Pläne der Bundesregierung. Für Irritation hat bereits vor einem halben Jahr ein jetzt veröffentlichtes juristischen Gutachten im Auftrag des UBA zum Thema Holzenergie gesorgt. An der Bewertung durch die Stakeholder der Branche hat sich nichts geändert, sie können der Ausarbeitung nicht wirklich etwas abgewinnen.