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Energiewoche 21/2025

Handlungsbedarf für die Energiewende: „It’s the flexibility, stupid“

„It’s the flexibility, stupid“. In Abwandlung des ikonischen Wahlkampf-Slogans des damaligen demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten Bill Clinton aus dem Jahr 1992 lässt sich der vermutlich dringendste Handlungsbedarf am deutschen Energiemarkt in knappster Form zusammenfassen. Es fehlt auf Angebots- und Nachfrageseite an ausreichender Flexibilität, um den Strommarkt in ein ruhiges Fahrwasser zu bringen.

Zwar läuft das Stromsystem weiter stabil, die Wirkung der mangelnden Flexibilität zeigt sich indes deutlich an der sehr hohen Volatilität der Preise, die den Ausgleich von Angebot und Nachfrage sicherstellen – und immer häufiger und länger in den negativen Bereich sinken, um das Gleichgewicht zu finden. Der Mangel an Flexibilität geht in weiten Teilen auf das regulatorische Korsett zurück, das für einen Energiemarkt mit wenigen zentralen Kraftwerken geschaffen wurde, die heutige Realität aber nicht mehr effizient abbildet.

Aktuelle Kontexte zum Thema Flexibilitäten
Flexibilitäten sind ein Schlüsselthema im redaktionellen Konzept von ContextCrew Neue Energie:


Portalseite Flexibilitäten: Über die Portalseite haben Kunden und Leser von ContextCrew Neue Energie den Sofortzugriff auf alles Wichtige zum Thema, wobei es hier um einen schlüssigen Mix aus Tagesaktualität und Hintergrund geht. Neben einem aktuellen Aufmacherthema finden sich auf der Portalseite unter anderem der Link-Kompass Flexibilitäten, der aktuell meistaufgerufene Blickpunkt der ContextCrew mit dem Titel „Großbatteriespeicher für die Energiewende“ und Übersichten über wichtige Studien und Analysen.

Link-Kompass Flexibilitäten: Der Link-Kompass ist die Plattform für den Sprung zu wichtigen Originalquellen. Wenn wichtige Berichte, Studien, Tools oder Gesetzentwürfe rund um das Thema Flexibilitäten in den Fokus rücken, verlinken wir auf die Originalquellen.

Blickpunkt Großbatteriespeicher für die Energiewende: Die Blickpunkte sind das redaktionelle Werkzeug, um für tagesaktuelle Entwicklungen relevante Kontexte bereitzustellen. Der Blickpunkt zu Großbatteriespeichern wird aktuell mit besonders hoher Frequenz aufgerufen. Er bildet die hochdynamische Entwicklung am deutschen Markt ab, skizziert wichtige Hintergründe und die politische Debatte und lenkt den Blick auf internationale Schlaglichter an den BESS-Märkten.

Wie neue Regierung vorgehen könnte, um schnelle Fortschritte in Sachen Flexibilisierung zu erreichen, hat der Bundesverband Windenergie (BWE) zu Papier gebracht. Die – neben weiteren Sofortmaßnahmen – empfohlenen Flexibilitätspakete 1 und 2, die bis zur Sommerpause respektive bis Jahresende umgesetzt werden sollten, stellen wir auf dem Titel von ContextCrew Neue Energie 21.2025 vor. Im Flexibilitätspaket 1 adressiert der BWE die Technologien Großbatteriespeicher, Power-to-Heat, Wasserstoff und „Nutzen statt Abregeln“.

Großbatteriespeicher: Rechtssichere baurechtliche Privilegierung im Außenbereich erforderlich

Für den Ausbau von Großbatteriespeichern bedarf es laut BWE insbesondere einer rechtssicheren baurechtlichen Privilegierung im Außenbereich sowie der Anreizung von systemdienlichen BESS durch (negative) Baukostenzuschüsse und einer an die Systemdienlichkeit gekoppelten Netzentgeltbefreiung. Die gesetzliche Definition des Begriffs der Systemdienlichkeit müsse dabei anhand von den Kriterien Standort, Betriebsweise, Leistung, Bereitstellung von Systemdienstleistungen erfolgen. Weitere Bestandteile des Flexibilitätspakets 1 wären nach BWE-Empfehlung die Novellierung der Innovationsausschreibungsverordnung, die Einführung eines Rechts auf Netzüberbauung und die Anreizung der Momentanreserve durch ein Bonus- und Prämiensystem.

Auch Wärmepumpen und Elektroautos können laut einer neuen Studie im Auftrag von Green Planet Energy erheblich dazu beitragen, Ökostrom besser zu nutzen. Die Analyse kommt zum Schluss, dass die Zahl von negativen Strompreisstunden durch Nutzung der verbraucherseitigen Flexibilität um jährlich mehr als 100 gesenkt werden könnte. „Mit smart vernetzten Wärmepumpen, E-Autos und Heimspeichern treiben Verbraucherinnen und Verbraucher die Energiewende aktiv voran und sorgen für eine bessere Ernte von Wind- und Solarstrom. Dadurch sparen Haushalte bei ihren eigenen Energiekosten und machen die Energiewende insgesamt effizienter und den Strom für alle günstiger“, sagt Carolin Dähling, Leiterin Politik und Kommunikation bei Green Planet Energy.

Clusterung von Biogasanlage mit zentraler Biogasaufbereitung kann deutliche Kostenersparnisse bringen

Auf der Angebotsseite könnten überbaute Biogasanlagen Flexibilität am Strommarkt bereitstellen. Akut stehen viele der kleinen dezentralen Anlagen vor der Herausforderung, wie sie den wirtschaftlichen Betrieb nach dem Ende der ersten EEG-Förderperiode gestalten können. Im Verbundvorhaben Entwicklung von innovativen Konzepten zur Clusterung von Bestandsbiogasanlagen für die Bereitstellung von Biomethan (BGA Cluster) haben Forscher erforderliche Maßnahmen für den Zusammenschluss von bestehenden Biogasanlagen und den gemeinsamen Betrieb einer zentralen Biogasaufbereitung und -einspeisung identifiziert und umsetzbare Vorschläge für die Praxis entwickelt.

Die gemeinsame Biomethanproduktion und -einspeisung in das Erdgasnetz verbessere nicht nur das wirtschaftliche Ergebnis für die einzelnen Biogasanlagen, sondern führt auch zu Kostenersparnissen für Gasnetzbetreiber und Endverbraucher, heißt es bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR). Im Vergleich zur Einzellösung könnten die Investitionskosten durch die Clusterung von Biogasanlagen je Anlagenbetreiber um etwa 50 Prozent reduziert werden.