Der politische Betrieb wurde durch die Sommerpause kaum gebremst. Das Bundeskabinett hat ein Energiepaket vorgelegt: Mit der EnWG-Novelle, neuen Regeln für die Geothermie und der Abschaffung der Gasspeicherumlage will die Bundesregierung zentrale Weichen für die Energiewende stellen und die europäische Linie durch konkrete Reformen im Strom- und Wärmesektor untermauern. In der Branche wird das hohe Tempo anerkannt – zugleich wächst der Druck, bei Bürokratieabbau, Investitionssicherheit und Umsetzung schnell nachzulegen.
Auf dem Titel von ContextCrew Neue Energie 33.2025 analysieren wir die Reaktionen auf das Energiepaket. Die Bewertungen fallen so unterschiedlich aus wie die Interessen der einzelnen Sparten: Der Bundesverband Solarwirtschaft warnt vor Blockaden im Solarausbau, die Bioenergieverbände sehen eine vertane Chance zur Stärkung regionaler Gaserzeugung, und der BDEW fordert mehr Pragmatismus bei europäischen Vorgaben. Fortschritte bei Genehmigungen und Regelwerks-Harmonisierung werden gelobt – doch an vielen Stellen bleibt der Eindruck, dass entscheidende Lücken geschlossen werden müssen.
Ein weiteres politisches Vorhaben hat in diesen Tagen in Berlin für Aufmerksamkeit gesorgt: Mit dem Beschluss des Kohlendioxid-Speichergesetzes (KSpG) sind nun Transport, Speicherung und Nutzung von CO₂ möglich. Der Bundesverband Erneuerbare Energie fordert CCS nur für technisch unvermeidbare Emissionen und hebt das Potenzial von Bioenergie mit CO₂-Abscheidung hervor.
Parallel sorgte die jüngste Offshore-Wind-Auktion ohne Gebote für Aufsehen. Der Bundesverband Windenergie Offshore spricht von einem „Scheitern mit Ansage“ und fordert dringend eine Reform des Auktionsdesigns sowie strukturelle Verbesserungen.
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