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Energiewoche 47/2025

Speicher, EnWG und Kraftwerksstrategie: Der heiße Herbst in Berlin

Ein heißer Herbst der energiepolitischen Weichenstellungen ist in diesen Tagen in Berlin zu erleben. In der vergangenen Woche standen wichtige Entscheidungen im Bundestag auf der Agenda. Parallel tagte der Koalitionsausschuss und einigte sich auf weiterführende energiepolitische Eckpunkte, die insbesondere Fortschritte in der Kraftwerksstrategie sowie beim Industriestrompreis in Aussicht stellen.

Der Titelbereich der Ausgabe 47.2025 von ContextCrew Neue Energie ist der Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes gewidmet, die eine Reihe von wichtigen Änderungen des Rahmenwerks mit sich bringt, die selbst für Branchenexperten überraschend kamen. Das betrifft insbesondere das Thema Energiespeicher: Stromspeicher werden nun ausdrücklich für eine Errichtung im Außenbereich privilegiert. „Diese gesetzliche Klarstellung schafft endlich die verlässliche Grundlage, um Flexibilitätsprojekte schneller und planungssicher an den passenden Standorten zu genehmigen“, hebt der Bundesverband Energiespeichersysteme (BVES) hervor.

Kraftwerksstrategie: Grünes Licht aus Brüssel erwartet

Während die Anpassungen am EnWG viel Zuspruch erhalten, fällt die Bewertung der Aussagen zur Kraftwerksstrategie im Koalitionspapier verhaltener aus. Der BDEW erkennt einen Schritt in die richtige Richtung, der BEE bleibt dagegen skeptisch. Diese Skepsis teilt auch der Ökoenergieversorger Green Planet Energy, der mit Blick auf den geplanten geförderten Bau von Gaskraftwerken von einem „rechtlich höchst fragwürdigen Markteingriff“ spricht, „der klimapolitisch große Risiken birgt und den Wettbewerb verzerrt“.

Kraftwerksstrategie: Die Debatte bei ContextCrew Neue Energie

Erkennbare Perspektiven für steuerbare Bioenergie bietet das, was der Koalitionsausschuss vorgelegt hat, nicht. Die Branche bleibt weiter in der Defensive, so freut man sich darüber, dass Biomasse immerhin nicht ihren Status als „erneuerbar“ im Stromsteuerrecht verliert, nachdem zuvor eine entsprechende Übereinkunft im Finanzausschuss erzielt wurde. „Der Kompromiss des Finanzausschusses ist ein wichtiges politisches Signal des Bundestags an die Branche. Gleichzeitig bedauern wir, dass das BMF unserem Vorschlag zur pragmatischen Anerkennung der bereits erstellten und geprüften Nachhaltigkeitsnachweise nicht gefolgt ist – zumal diese Praxis in anderen Bereichen, wie dem Emissionshandel, bereits gängig ist.“