Ein neuer Bericht der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (Irena) zeigt: Strom aus Erneuerbaren war 2024 weltweit erneut deutlich günstiger als Strom aus fossilen Quellen. Trotz der positiven Entwicklung bei den Erzeugungskosten sieht Irena wachsende Herausforderungen – insbesondere bei der Netzintegration, der Finanzierung und bei regulatorischen Rahmenbedingungen in vielen Märkten.
Auf dem Titel von ContextCrew Neue Energie 31.2025 stellen wir die Ergebnisse der Irena-Analyse vor. Onshore-Wind und PV erreichen Stromgestehungskosten zwischen 3 und 4 ct/kWh – der Vorteil zu den günstigsten fossilen Erzeugungsalternativen liegt nach Berechnungen der Agentur inzwischen bei rund 40-50 Prozent. (Was die Irena zur Entwicklung im Bereich Bioenergie schreibt, ist Gegenstand eines separaten Artikels).

Das Tempo der Kostensenkungen im Bereich der Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie ist bahnbrechend – und wird von der Entwicklung bei Batteriespeichern noch übertroffen. Die Vorteile regenerativer Versorgungsstrukturen gegenüber fossilen Energien sind so enorm, dass es auf den ersten Blick erstaunlich ist, dass der politische Fokus in Deutschland zuletzt stärker auf dem Versuch des Einbremsens der Entwicklung als auf einer Fokussierung auf den schnellen Systemausbau mit der Nutzung sämtlicher Flexibilitätstechnologien liegt. Auch das Verhandlungsergebnis im Zollstreit zwischen USA und EU ist diesbezüglich enttäuschend, verfestigt es doch die Abhängigkeiten von fossilen Energieträgern.
Investitionen sind nicht mit Kosten gleichzusetzen
An Einsicht auf Seiten der Bundesregierung fehlt es mit Blick auf die Vorteile der Energiewende eigentlich nicht – zumindest, wenn man die Antwort auf eine kleine Anfrage im Bundestag zu Grunde legt. Viel zitierte Analysen zu den energiewendebedingten Zusatzkosten beinhalteten ohnehin anfallende Ersatzinvestitionen, heißt es darin etwa. Des Weiteren ständen den Investitionen Kosteneinsparungen bei fossilen Energieträgern gegenüber.
Auch positive Auswirkungen durch den Umbau des Energiesystems wie vermiedene gesamtwirtschaftliche Schäden würden nicht gegengerechnet. Dies betreffe neben vermiedenen Klima- und Umweltschäden auch die Verminderung von geopolitischen Abhängigkeiten bei importierten Energieträgern. „Die Bundesregierung geht davon aus, dass eine kosteneffizient ausgestaltete und erfolgreich umgesetzte Energiewende letztlich zu einer höheren gesamtgesellschaftlichen Wohlfahrt beiträgt.“ An diesen Worten wird sich die Regierung bei ihrem Handeln messen lassen müssen.
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