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Energiewoche 48/2025

Trotz wachsendem fossilen Widerstand: Erneuerbaren gehört die Zukunft

Die COP 30 im brasilianischen Belém hat sich – erwartungsgemäß – nicht auf einen Fahrplan zum Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas einigen können. Der Druck vergleichsweise weniger, dafür umso mächtigerer Öl- und Gas-Staaten war zu groß, um eine verbindliche Absprache in das offizielle Abschluss-Dokument zu integrieren. Zugleich macht COP 30 deutlich, dass eine sehr große Zahl an Ländern auf dem Weg der Defossilisierung vorangeht und dabei insbesondere auf die erneuerbaren Energien setzt.

Zwei Studien, die im Kontext mit COP 30 erschienen sind, machen die wachsende Spannung zwischen fossiler und regenerativer Ausrichtung spürbar – und ihnen widmet sich der Titel von ContextCrew Neue Energie 48.2025. Der World Energy Outlook (WEO) der IEA wirkt in seiner Tonalität wie ein Schritt zurück von progressiveren Szenarien, die einen wichtigen Raum in den jüngeren Analysen der Internationalen Energie-Agentur eingenommen hatten.

Tonalität im World Energy Outlook spürbar verändert

Im Vorjahr schrieb IEA-Direktor Fatih Birol im Vorwort des WEO 2024 noch: „Die Welt muss nicht zwischen der Sicherstellung zuverlässiger Energieversorgung und der Bewältigung der Klimakrise wählen. Dies liegt daran, dass der Einsatz kosteneffizienter sauberer Energietechnologien eine dauerhafte Lösung darstellt – nicht nur zur Senkung der Emissionen, sondern auch zur Verringerung der Abhängigkeit von Brennstoffen, die anfällig für Volatilität und Störungen sind.“

Im neuen WEO 2025 heißt es: „Es gibt keine einzige Geschichte über die Zukunft der Energie, weshalb der World Energy Outlook mehrere Szenarien präsentiert, von denen keines eine Prognose ist.“ Auf der Pressekonferenz anlässlich der Vorstellung des neuen Berichts wurde Birol mit der Frage konfrontiert, ob die Regierung von US-Präsident Donald Trump Einfluss auf die Ergebnisse des WEO 2025 habe nehmen wollen. Birol antwortete, dass eine Vielzahl von Regierungen „im Tagesrhythmus“ vorstellig geworden sei, um die Ergebnisse des Berichts zu diskutieren.

Heinen-Esser im ContextCrew-Interview: „Unabhängigkeit von fossilen Importen gibt es nur mit Erneuerbaren“

Auch eine jetzt vorgelegte Analyse der Internationalen Agentur für erneuerbare Energien (Irena) macht deutlich, wie die geopolitischen Verwerfungen der vergangenen Jahre einen Keil zwischen dem möglichen und dem tatsächlichen Tempo der Transformation treiben. Sowohl IEA als auch Irena betonen aber, dass den erneuerbaren Energien die Zukunft – und in vielerlei Hinsicht bereits die Gegenwart – gehört.

„Bei der Flexibilität darf der Blick nicht nur auf Gaskraftwerke verengt werden“

Daran lässt auch die neue Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE), Ursula Heinen-Esser, keinen Zweifel. Im ContextCrew-Interview sagt sie: „Echte Versorgungssicherheit im Sinne von Unabhängigkeit von fossilen Importen gibt es nur mit den erneuerbaren Energien.“ Und weiter: „Wir sind das Rückgrat der deutschen Stromversorgung und eine Branche, die in ihrer Breite hunderttausende Arbeitsplätze entlang der gesamten Wertschöpfungskette sichert.