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Energiewoche 49/2025

Warum wird die Bioenergie beim Übergang zum neuen Energiesystem vergessen?

Die Bioenergie hat unter den erneuerbaren Energien eine Sonderrolle. Anders als etwa Wind und PV erfordert sie einen laufenden Strom an Inputstoffen in der Betriebsphase, auch ist ihr Flächenbedarf vergleichsweise hoch. Und die Kostensenkungen in den vergangenen Jahren kommen bei Weitem nicht an die Degression heran, die andere regenerative Energien erreicht haben. Dafür verfügt Bioenergie über Fähigkeiten, die anderen Erneuerbaren vorenthalten sind: sie ist speicherbar und in heutigen Infrastrukturen flexibel einsetzbar.

Ihre Sonderrolle und Vielseitigkeit betont auch die Branche oft, nicht selten verbunden mit einem Lamento darüber, dass diese Rolle in der Politik nicht erkannt wird. Neben teils berechtigten Hinweisen auf begrenzte nachhaltig nutzbare Biomasseressourcen könnte die Zurückhaltung im politischen Raum aber auch ganz andere Ursachen haben. Ursachen, auf die eine neue Analyse des Instituts für ZukunftsEnergie- und Stoffstromsysteme (IZES) im Zuge einer Studie für den Fachverband Biogas gestoßen ist. Demnach spielt die Bioenergie in der Struktur einflussreicher Energiesystemstudien nur als Restgröße eine Rolle, sie ist nicht Teil des Optimierungsansatzes.

Thema Bioenergie in ContextCrew Neue Energie
Die Bioenergie ist eines von sieben Schlüsselthemen in ContextCrew Neue Energie. Die Berichterstattung begleitet das Marktgeschehen und die politischen Rahmenbedingungen in hoher Granularität und spannt den Bogen vom Themenfeld Biogas über Holzenergie bis hin zur Rolle der Biokraftstoffe im Zuge der Verkehrswende. Auszüge aus der aktuellen Berichterstattung:

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Die Ergebnisse der IZES-Studie stellen wir auf dem Titel von ContextCrew Neue Energie 49.2025 vor. „Sowohl bei der Verstromung als auch bei der Aufbereitung zu Biomethan und in der stofflichen Nutzung hat Biogas viel mehr Potenzial als offiziell angenommen“, sagt Patrick Matschoss, Co-Autor der Studie. Dieses Potenzial könnte in verschiedenen Engpassbereichen der Energiewende zum Einsatz kommen.

Bioenergie statt neuen Gaskraftwerken: „Unsere Bestandsanlagen sind bereits da“

Einer davon ist die Bereitstellung gesicherter Leistung zur Stabilisierung des Systems. „Es ist ökonomischer und ökologischer Irrsinn, jetzt Milliarden in neue fossile Gaskraftwerke zu investieren, die frühestens in den 30er-Jahren ans Netz gehen“, kommentiert Fachverbands-Präsident Horst Seide mit Blick auf die Kraftwerksstrategie. Hier könne Biogas helfen: „Unsere Bestandsanlagen sind bereits da.“