Der Ausbau der Windenergie an Land hat kräftig an Tempo zugelegt. Allein im Dezember sind nach den jüngsten Daten der BNetzA 741,2 MW an Anlagenleistung dem Bestand netto hinzugefügt worden. Das detaillierte Zahlenwerk hat die Fachagentur Wind und Solar für die Branchenverbände BWE und VDMA Power Systems aufbereitet. Historisch unerreicht ist die Entwicklung bei den Genehmigungen – der Zubau dürfte bereits in diesem Jahr nachziehen und einen Rekordwert zwischen 8,0 und 8,5 GW erreichen.
Der Status der Windenergie an Land ist das Titelthema der Ausgabe 4.2026 von ContextCrew Neue Energie. In der Branche herrscht große Zufriedenheit mit der Entwicklung – auch wenn dies naturgemäß bedeutet, dass der Wettbewerb massiv zunimmt. Ein Wunsch der Branche dürfte auch vor diesem Hintergrund in die Richtung gehen, die Ausschreibungsvolumina für 2026 anzuheben. Hierfür gibt es aber auch einen anderen Grund: Das Tempo, in dem Repowering Fahrt aufnimmt und Altanlagen abgebaut werden, wurde offenbar unterschätzt: Für den erforderlichen Nettozubau wird ein höherer Bruttozubau benötigt.
Ein weiteres Thema, das der Branche unter den Nägeln brennt, ist der Netzanschluss. Hier sieht die Windbranche eindeutig die Netzbetreiber in der Pflicht. „Die Windenergiebranche hat ihre Hausaufgaben gemacht. Jetzt sind die Netzverantwortlichen in der Bringschuld“, sagt BWE-Präsidentin Bärbel Heidebroek.
Derweil meldete Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche in Berlin, dass man mit Brüssel eine Übereinkunft über Eckpunkte der Kraftwerksstrategie erzielt hat. Das Echo fällt erwartungsgemäß sehr gemischt aus. Während die Energiewirtschaftsverbände BDEW, VKU und VIK die Einigung begrüßen, sind Vertreter der neuen Energiewirtschaft unzufrieden mit dem Ergebnis der Verhandlungen. Auch der ZVEI übt Kritik und warnt vor neuen Belastungen für den Strompreis.
Ebenfalls Berlin war Anfang der Woche der Schauplatz des Kongresses „Kraftstoffe der Zukunft“. Mit welchen Erwartungen die Branche in das neue Jahr startet, machte der BBE bereits im Vorfeld deutlich.
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