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Batterien für Wasserkraftanlagen: Mercedes-Benz Energy und Andritz kooperieren

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Die auf Energiespeichersysteme spezialisierte Mercedes-Benz Energy GmbH hat mit dem Technologiekonzern Andritz eine Kooperationsvereinbarung zum Einsatz moderner Hybrid-Energielösungen für den Wasserkraftmarkt auf Basis stationärer Energiespeichersysteme unterzeichnet. Dabei sollen stationäre Energiespeicher, die auf automobilen Lithium-Ionen-Batteriesystemen von Mercedes-Benz basieren, mit Wasserkraftanlagen gekoppelt werden, berichten die beteiligten Unternehmen.

Im Vergleich zu einer konventionellen Wasserkraftanwendung könne der Betriebsbereich der Maschinensätze je nach Größe der Batterie erweitert werden. Die gespeicherte Energie biete den Kraftwerksbesitzern und -betreibern neue Möglichkeiten, die Auswirkungen der volatilen elektrischen Netzeinspeisungen auszugleichen. „Gleichzeitig kann die Lebensdauer der mechanischen Komponenten verlängert werden“, heißt es bei Andritz und Mercedes-Benz Energy. Darüber hinaus eröffne die Hybridlösung neue Ansätze für die Bereitstellung von Netzdienstleistungen wie Schwarzstart-Unterstützung und virtuelle Schwungmasse. „Selbst bei sich ändernden Wasserrahmenrichtlinien und zukünftigen gesetzlichen Anforderungen garantiert die Lösung höchste Flexibilität beim Betrieb des Wasserkraftwerks.“

Lösung deckt Batteriekapazitäten von 200 kWh bis zu 10 MWh ab

Die enge Verzahnung von Energie- und Automobilwirtschaft sei auf dem Weg zur CO2-Neutralität unerlässlich, meint Gordon Gassmann, Geschäftsführer von Mercedes-Benz Energy. „Die intelligente Nutzung automobiler Batteriesysteme stellt einen ökologisch wichtigen Ansatz dar – nicht zuletzt mit Blick auf die Ressourceneffizienz.“ Die Batterielösung könne für alle Arten und Größen von Wasserkraftwerken (niedrige Fallhöhe, Laufkraftwerk, hohe Fallhöhe) zur Anwendung gebracht werden, unabhängig vom Turbinentypen. Sie deckt den Angaben zufolge Batteriekapazitäten von 200 kWh bis zu 10 MWh ab und kann sowohl in neue Anlagen installiert als auch in bestehende Anlagen nachgerüstet werden.

Die Batterie gehöre zu den werthaltigsten Komponenten im Fahrzeug, hält Martin Zimmermann, Leiter Global Service & Parts Mercedes-Benz Cars, fest. Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit des lokal emissionsfreien Fahrens sei auch, die Batterien so lange wie möglich im Kreislauf zu halten. „Wir setzen dabei auf Konzepte, die eine hochwertige Wiedergewinnung der wertvollen Bauteile bzw. Inhaltsstoffe ermöglichen: Re-Use, Re-Manufacturing und Recycling.“ Besonders auf die Weiterverwendung im Sinne des Re-Use habe sich Mercedes-Benz mit seiner hundertprozentigen Tochter Mercedes-Benz Energy in Form von stationären Energiespeichern fokussiert.

LEW sammeln bereits Erfahrungen mit Einsatz von Batteriespeicher an Wasserkraftanlage

Bereits im Mai hatten die Lechwerke (LEW) von einem Projekt berichtet, bei dem ein Hochleistungs-Batteriespeicher an die Turbinensteuerung eines Wasserkraftwerks gekoppelt wurde. Das am Wasserkraftwerk Rain am Lech installierte Hybridsystem kann Primärregelleistung mindestens 15 Minuten lang ohne Unterbrechung bereitstellen.

Grundsätzlich sei jedes Laufwasserkraftwerk technisch dazu in der Lage, Schwankungen im Stromangebot des Netzes auszugleichen, heißt es bei den LEW. Durch Anpassung des Turbinendurchflusses lässt sich die Stromerzeugung jederzeit kurzfristig verringern oder erhöhen. Ohne Batteriespeicher ist aber das Angebot von Regelleistung auf die Sekundärregelung beschränkt, da durch die schnellen Anpassungen der Primärregelleistung sonst ein hoher Verschleiß der Mechanik an den Turbinen entstehen würde.

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