Nachdem der US-Autobauer Tesla eine Großinvestition in Brandenburg angekündigt hat, lässt nun der Batteriesystemhersteller Microvast aufhorchen: Das US-Unternehmen will ebenfalls in Brandenburg Batteriesysteme für Transporter und Lkw, für Sportwagen oder Geländewagen fertigen. Das sagte der Geschäftsführer der Microvast GmbH, Sascha Kelterborn. Zudem werde die Europa-Zentrale von Frankfurt/Main in den brandenburgischen Fertigungsort Ludwigsfelde verlegt.
In der ersten Ausbauphase werden nach Microvast-Angaben 43 Mio. € investiert. Am Ende werde es ein dreistelliger Millionenbetrag sein, sagte er. Im Januar 2021 sollen die ersten Produkte vom Band laufen. Das Unternehmen liefert schnellladefähige Batterien, die in 10 bis 15 Minuten aufgeladen sind.
Kelterborn kündigte an, dass zunächst 100 Mitarbeiter in dem Werk beschäftigt werden. Am Ende sollen es 200 bis 250 Menschen sein, die in der Neuansiedlung auf dem Gewerbegelände „Eichspitze“ Arbeit finden.
Batteriesysteme für 50.000 bis 75.000 Fahrzeuge in der Endstufe
Eine Anlage wird pro Jahr etwa 300.000 bis 500.000 Module fertigen für 10.000 bis 15.000 Fahrzeuge. In der Endstufe werden Batteriesysteme für etwa 50.000 bis 75.000 Fahrzeuge ausgeliefert.
„Wichtig sind uns lange Lebensdauer und hohe Sicherheit“, sagte Kelterborn. Bis heute sei kein einziger Feuerunfall in einem mit einer Microvast-Batterie bestücktem Fahrzeug bekannt. China und die USA hätten zwar einen Vorsprung in der Batteriefertigung, sagte er. Der sei nicht so schnell aufzuholen. Die Zukunft liege in der Branche jedoch darin, mit anderen Unternehmen strategische Partnerschaften bei diesen Produkten einzugehen.
Ostdeutschland entwickelt sich zum Hub für Batteriefertigung
„Wir sind stolz, Microvast hier zu haben“, sagte Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD). Brandenburg wolle Musterland für die Energiewende sein. Noch fehle es allerdings an ausreichender Ladeinfrastuktur für Elektroautos. „Das muss voran getrieben werden“, betonte er.
Neben Microvast und Tesla hat jüngst auch die AMG Lithium GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main eine Großinvestition in Ostdeutschland angekündigt, die mit der Produktion von Lithium-basierten Batteriespeichersystemen zusammenhängt. Das Unternehmen will in Elsteraue/Zeitz (Sachsen-Anhalt) eine Lithiumhydroxid-Raffinerieanlage errichten. Ziel ist die Bereitstellung von Lithiumhydroxid in hoher Qualität für den Einsatz in Batteriesystemen. Gemeinsam mit dem Bau eines Labors in Frankfurt sollen in den Ausbau der Lithiumhydroxid-Verarbeitung 50 bis 60 Mio. US-Dollar investiert werden. (dpa / EUWID)
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