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Transformationsprogramm

BayWa r.e.: Verlängerung der Bank- und Garantielinien als Basis für Sanierungsprozess

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Die BayWa r.e. AG hat mit ihren Finanzierern die Grundzüge einer langfristigen Finanzierungslösung vereinbart, die eine Verlängerung der Bank- und Garantielinien bis Dezember 2027 umfasst. Mit der Umsetzung der Vereinbarung würden die Anforderungen des von der Boston Consulting Group erstellten Sanierungsgutachtens erfüllt, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Das Sanierungsgutachten bescheinige BayWa r.e. die Sanierungsfähigkeit, „wenn die notwendigen Maßnahmen zur Transformation konsequent bis Ende 2027 umgesetzt werden“. Entsprechend habe BayWa r.e. ein Transformationsprogramm mit dem Titel „r.e.power” zur unmittelbaren und langfristigen Ergebnisverbesserung sowie zur nachhaltigen Stärkung der Wettbewerbsposition aufgelegt.

Darüber hinaus befinden sich die Gesellschafter von BayWa r.e. in „fortgeschrittenen, aber noch nicht abgeschlossenen Gesprächen“ über eine weitere Kapitalstärkung der BayWa r.e., die zu einem Kontrollwechsel zu Gunsten von EIP (Energy Infrastructure Partners) führen könnte. Die Parteien verhandelten ergebnisoffen weiter und strebten eine Vereinbarung im Laufe des ersten Quartals 2025 an.

Das Transformationsprogramm sieht im Grundsatz eine klare Fokussierung auf die Geschäftsfelder vor, die eine positive Marktprognose haben, und in denen BayWa r.e. bereits heute über eine gute Wettbewerbsposition verfügt. Hierzu zählt beispielsweise das Projektentwicklungsgeschäft im Bereich Wind, Solar und Batteriespeicher, der Betrieb und Instandhaltung solcher Anlagen als ‚Independent Power Producer‘ (IPP) und der Energiehandel. Strategisches Ziel ist die Schaffung eines fokussierten und integrierten Projektentwicklers im Bereich erneuerbare Energien. „BayWa r.e. wird auch weiterhin weltweit tätig sein, und sich dabei auf die Märkte konzentrieren, die ein geringeres wirtschaftliches Risiko und Wachstumschancen aufweisen.“ Ziel sei es, Projekte mit mehr als 2 GW pro Jahr zu realisieren und das eigene IPP mit einer Gesamtkapazität von über 1 GW nach dessen Optimierung ab 2026 auszubauen.

Abbau von 350 Stellen bis Ende 2027 geplant

BayWa r.e. werde sich dabei zu einer stärker zentral gesteuerten Organisation entwickeln. Die jeweilige Geschäftsverantwortung bleibe allerdings lokal. Die unterstützenden Funktionen wie Controlling, Finanzen und Personal werden im Zuge einer zentralen Führung „leistungsfähiger und effizienter“ aufgestellt. Die Maßnahmen des r.e.power Programms sollen bis Ende 2027 abgeschlossen sein. Nach der Umsetzung aller Maßnahmen des Transformationsprogramms will BayWa r.e. rund 1.500 Mitarbeitende zum Ende des Jahres 2027 beschäftigen. Bis zum Ende des Jahres 2027 werden damit schrittweise rund 350 Vollzeitstellen abgebaut.

Hinsichtlich der Geschäftsfelder und Geschäftsaktivitäten, die voraussichtlich nicht zum langfristigen Kerngeschäft der neuen BayWa r.e. gehören werden, sollen im Zuge von r.e.power zunächst Optimierungsmöglichkeiten geprüft und eingeleitet werden, bevor abschließende Entscheidungen zu einer möglichen Übertragung an neue Eigentümer, Portfoliobereinigungen oder Marktaustritte getroffen werden. Nach derzeitigem Planungsstand kann dies bis zu 2.400 Stellen betreffen. Derzeit beschäftigt BayWa r.e. rund 4.250 Mitarbeitende.

BayWa r.e. will sich als integrierter Projektentwickler mit eigenem IPP-Portfolio aufstellen

„Die Zukunftsfähigkeit von BayWa r.e. und damit der Beitrag zur notwendigen Energiewende bleibt unser zentrales Ziel – ein Ziel, das wir nur erreichen können, wenn wir jetzt entschlossen handeln und BayWa r.e. wieder auf ein stabiles Fundament stellen“, sagt Matthias Taft, CEO der BayWa r.e. „Strategisches Ziel ist die Schaffung eines fokussierten und integrierten Projektentwicklers im Bereich erneuerbare Energien mit eigenem IPP-Portfolio.“

„Wir haben bereits mit der Umsetzung von r.e.power begonnen und eine Vielzahl von Sofortmaßnahmen eingeleitet, um die finanzielle Situation von BayWa r.e. zu stabilisieren und um erste Ebitda-Verbesserungen zu erzielen“, sagt Felix Colsman, CRO der BayWa r.e. Nach der Umsetzung „aller notwendigen Transformationsmaßnahmen“ werde die neue BayWa r.e eine marktübliche Ebitda-Marge mit einem „ausgewogenen Risikoprofil über alle Geschäftsbereiche“ erzielen.

Kontext zur Entwicklung beim Mutterkonzern BayWa:

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