BMWK startet Vergabeprozess für Programm H2Global

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Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWK) hat den Vergabeprozesses für den Import von grünem Wasserstoff im Rahmen des Programms H2Global gestartet. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) äußerte sich aus diesem Anlass bei seiner Auslandsreise in Südafrika in Johannesburg zum Thema, da das Instrument H2Global auch für die Marktentwicklung in Südafrika und Namibia, den Stationen der Reise des Ministers, eine wichtige Rolle spielen könne.

Das BMWK hat im Dezember 2021 das 900-Mio.-€-Förderinstrument „H2Global“ bewilligt. Idee des Projekts ist es, grüne Wasserstoff-Produkte günstig auf dem Weltmarkt einzukaufen und in der EU meistbietend zu verkaufen. Dadurch soll der globale Markthochlauf für grünen Wasserstoff unterstützt werden. Den Wasserstoffexporteuren werde durch langfristige Abnahmeverträge Sicherheit für ihre Investitionsentscheidungen und den Abnehmern der Zugang zu grünen Derivaten ermöglicht.

Über ein wettbewerbliches Verfahren werden von einem Intermediär, der Hint.co, Wasserstoffderivate zum geringstmöglichen Preis mit 10-Jahres-Verträgen eingekauft. Die großvolumigen Ankaufsverträge reizten die Investition in erneuerbare Energien und die Produktion von wasserstoffbasiertem Ammoniak, Methanol und Sustainable Aviation Fuels (e-SAF) an. Die Produktion muss dabei außerhalb der EU und EFTA-Staaten stattfinden. „Die Preise für die Importe werden im Rahmen eines transparenten, wettbewerbsbasierten internationalen Bieterverfahrens ermittelt“, betont das BMWK.

Die ersten Lieferungen der Wasserstoffderivate nach Deutschland und Europa sind für Ende 2024 geplant. Der H2Global Vergabeprozesses ist das erste globale Bieterverfahren zum Ankauf von Wasserstoff bzw. dessen Derivaten. „Damit wird erstmals weltweit der Marktpreis für grünen Wasserstoff bzw. seiner handelbaren Derivate abgebildet.“

Im Rahmen des Bundeshaushalts 2023 plant die Bunderegierung weitere 3,5 Mrd. € für neue Bieterrunden mit Laufzeiten bis zum Jahr 2036 zur Verfügung zu stellen. Im Koalitionsvertrag und Klimaschutzsofortprogramm ist zudem das Ziel vereinbart worden, H2Global als europäisches Instrument zu etablieren. Gleichzeitig ist das Instrument schon jetzt für andere europäische Staaten geöffnet.

Unternehmen und Konsortien können die Vergabedokumente hier abrufen. Premium- und Digitalkunden von ContextCrew Neue Energie finden hier einen Überblick über Förderinstrumente für grünen Wasserstoff.

Förderprogramme für grünen Wasserstoff: Überblick und Entwicklungen