Zum Jahreswechsel stehen die Daten zum abgelaufenen Jahr im Blickpunkt. Neben dem Fraunhofer ISE hat auch die Bundesnetzagentur die Zahlen für 2023 ausgewertet. Datengrundlage für die Zahlen ist die Strommarktdatenplattform Smard der Bundesnetzagentur. (Nachweis für Beitragsbild: Martin Mecnarowski / stock.adobe.com)

Erzeugung aus erneuerbaren Energien

Der Anteil des aus erneuerbaren Energien erzeugten Stroms an der Netzlast lag demnach im Jahr 2023 bei 55,0 Prozent (2022: 48,4 Prozent). Den größten Beitrag dazu leisteten Windkraftanlagen – vor allem an Land. On- und Offshore-Anlagen kamen gemeinsam auf einen Anteil von 31,1 Prozent. Photovoltaik deckte 12,1 Prozent und Biomasse 8,4 Prozent. Die übrigen 3,4 Prozent entfielen auf Wasserkraft und sonstige Erneuerbare, berichtet die BNetzA.

Zu beachten ist bei den Daten der Bundesnetzagentur, dass sich der ermittelte Anteil des aus erneuerbaren Energien erzeugten Stroms an der Netzlast von der Berechnungsgrundlage für die Zieldefinitionen der Bundesregierung zum Ausbau der erneuerbaren Energien (EEG) unterscheidet, die sich am Bruttostromverbrauch bemisst. Die Netzlast wiederum erfasst keine Kraftwerkseigenverbräuche und Industrienetze, sodass sich bei dieser Berechnungsgrundlage im Vergleich zum Anteil am Bruttostromverbrauch ein tendenziell höherer Anteil erneuerbarer Energien ergibt. Die Netzlast berechnet sich aus Nettostromerzeugung abzüglich Export-Übertragungsleistung, zuzüglich der Import-Übertragungsleistung und abzüglich der Pumparbeit von Pumpspeicherkraftwerken.

Insgesamt lag in 2023 die Erzeugung aus erneuerbaren Energien mit 251,2 TWh rund 7,5 Prozent über dem Vorjahreswert von 233,7 TWh. Die Wind-Onshore-Erzeugung war mit 118,7 TWh etwa 18,0 Prozent höher als im Vorjahr (100,6 TWh). Die Erzeugung aus Wind-Offshore-Anlagen lag mit 23,5 TWh um 4,9 Prozent unter dem Vorjahreswert von 24,7 TWh. Die Einspeisung durch Photovoltaik blieb mit 55,2 TWh auf dem Niveau des Vorjahres (55,3 TWh). Die sonnenärmere Witterung nach dem Rekordjahr 2022 wurde dabei durch den starken Leistungszubau in 2023 kompensiert.

Stromerzeugung aus konventionellen Energieträgern

Die Erzeugung aus konventionellen Energieträgern betrug insgesamt 197,2 TWh. Im Vergleich zu 2022 sank sie somit um 24,0 Prozent. Insgesamt war die Erzeugung durch Steinkohle dabei 2023 um 36,8 Prozent und die durch Braunkohle um 24,8 Prozent geringer als 2022. Die Erzeugung durch Erdgas lag dagegen um 31,3 Prozent höher als im Vorjahr.

Die Netzlast sank 2023 insgesamt um 5,3 Prozent auf 456,8 TWh (2022: 482,6 TWh), und die (Netto-)Stromerzeugung sank um 9,1 Prozent auf 448,5 TWh (2022: 493,2 TWh).

Entwicklung der Großhandelsstrompreise

Der durchschnittliche Day-ahead-Großhandelsstrompreis belief sich 2023 auf 95,18 €/MWh (2022: 235,45 €/MWh). Damit betrug er weniger als die Hälfte des Vorjahrespreises und sank wieder auf das Niveau von 2021. In 301 der 8.760 gehandelten Stunden war der deutsche Day-ahead-Großhandelsstrompreis negativ (2022: 69 Stunden). Im Jahresverlauf zeigte sich insgesamt eine Entwicklung zu geringeren Großhandelsstrompreisen.

Grenzüberschreitender Stromhandel

Im kommerziellen Außenhandel importierte Deutschland insgesamt 54,1 TWh (2022: 33,2 TWh) und exportierte 42,4 TWh (2022: 56,3 TWh). Im Vergleich zum Vorjahr sind die Importe um rund 63,0 Prozent gestiegen und die Exporte um 24,7 Prozent gesunken.

Angebot und Nachfrage bilden ein gesamteuropäisches Zusammenspiel. Strom wird im europäischen Verbund dort erzeugt, wo dies am günstigsten möglich ist. Deutschland und die anderen europäischen Länder können so wechselseitig von den jeweils günstigsten Erzeugungsbedingungen profitieren. Die Großhandelsstrompreise und der Handel sind das Ergebnis dieses Zusammenspiels. „Es kann daher nicht nur aus Versorgungsgründen, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen sinnvoll sein, Strom aus dem Ausland zu importieren oder umgekehrt zu exportieren“, betont die Netzbehörde. Zudem spielen Netzkapazität und -stabilität bei den Handelsströmen eine Rolle. Der europäische Elektrizitätsbinnenmarkt trägt so zu günstigeren Strompreisen sowie geringeren CO2-Emissionen bei.

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