Das brandenburgische Energieministerium hat das Förderprogramm „1.000 Speicher“ für den Nachtragshaushalt angemeldet. Damit sollen noch in diesem Jahr kleinere Speicher für Privathaushalte gefördert werden, die etwa mit Photovoltaikanlagen auf Dächern selbst Strom erzeugen. Das Fördervolumen des Programms beläuft sich auf insgesamt rund sieben Mio. €, davon sollen Heimspeicher mit 50 Prozent der Anschaffungssumme bis maximal 7.000 € gefördert werden.
„Das reicht natürlich bei Weitem nicht aus. Ohne große Speicherprojekte kann die Energiewende nicht gelingen“, sagte Brandenburgs Wirtschafts- und Energieminister Albrecht Gerber Ende März zur Eröffnung des 3. Brandenburger Energiespeichertages im GeoForschungsZentrum (GFZ) in Potsdam. Gerber ist jedoch optimistisch, dass die neue Bundesregierung die Notwendigkeit von großen Speicherprojekten erkannt hat. Dabei verwies er auf die im Koalitionsvertrag vereinbarten Ziele, durch eine stärkere Marktorientierung die Anreize für Investitionen in Speichertechnologien zu verstärken, die Sektorkopplung in Verbindung mit Speichertechnologien voranzutreiben sowie Forschungs- und Fördermittel für Speicher durch den Bund bereit zu stellen. „Ich bin mir sicher, wenn das umgesetzt wird, bekommen Speichertechnologien in Deutschland einen großen Schub.“
Lausitz soll Modellregion für Energiespeicher werden
In diesem Kontext solle die Lausitz eine wichtige Rolle einnehmen, betonte Minister Gerber. Nicht allein, weil diese Region vom Umbau unseres Energiesystems besonders betroffen sei, wenn die Braunkohleverstromung auslaufe. Mit ihrer geballten Energie-Kompetenz solle und könne die Lausitz auch eine Modellregion für Energiespeicher werden.
Dafür seien bereits verschiedene Projekte in Sicht: „Es gibt Überlegungen für ein Batterie-Großprojekt mit 60 plus X Megawatt in der Lausitz. Wir prüfen, ob ein Rotationsspeicher in der Lausitz entstehen kann. Wir setzen uns dafür ein, dass der Bund im Rahmen der Strukturentwicklung ein Fraunhofer Institut für Speichertechnologien in der Lausitz ansiedelt. Und wir versuchen, eine Fabrik für die Produktion von Batteriezellen in der Region anzusiedeln.“ Gerade weil die Speicherentwicklung noch ganz am Anfang stehe, gebe es erhebliche Potenziale, Speicher-Wertschöpfung in der Lausitz anzusiedeln, sagte Gerber. „Und daran arbeiten wir mit aller Kraft.“
GFZ erforscht unterirdische Speicherung
Der Wissenschaftliche Vorstand und Vorstandsvorsitzende des GFZ, Reinhard Hüttl, ergänzte: „Wenn wir über große Speicherprojekte sprechen, kommen wir um die Nutzung des geologischen Untergrunds nicht herum.“ Das GFZ forsche seit Jahren an ganz unterschiedlichen Konzepten – von der Speicherung von Wärme und Kälte im Untergrund über die Speicherung von Energieträgern bis hin zur Speicherung von Kohlendioxid. „Wir sehen es als eine unserer Kernaufgaben an, der Politik mit unserer Forschung Handlungsoptionen anzubieten“, sagte Reinhard Hüttl.