Der baden-württembergische CDU-Fraktionschef Wolfgang Reinhart hat die Autoindustrie im Südwesten aufgefordert, ihre ablehnende Haltung zur Fertigung von Batterien für Elektroautos im Land zu überdenken. „Baden-Württemberg muss einen Fuß in die Tür zur Batterieproduktion der Zukunft stellen“, sagte Reinhart am 21. März im Landtag in Stuttgart. Die Batterie sei immer noch so etwas wie die Achillesferse der Elektromobilität. Sie entscheide über Reichweite, Kosten Schnellladefähigkeit und damit über die Qualität der Elektroautos.
Die Unternehmensberatung Berryll warnt jedoch bereits vor Überkapazitäten. Einer Studie des Unternehmens zufolge wächst das Angebot an Elektroauto-Batterien viel schneller als die Nachfrage. Obwohl es bereits massive Überkapazitäten gebe, stiegen weltweit neue Firmen in den übersättigten Markt ein, so die Studie. Fast alle großen Autohersteller sähen die Batterietechnik inzwischen als Kernkompetenz und bauten massive eigene Kapazitäten auf. „Auf dem Batteriemarkt entsteht eine Blase“, warnten die Berater in München.
Die meisten Batteriewerke lägen in China. Obwohl viele nicht ausgelastete Anbieter bald vom Markt verschwinden dürften, werde die Schere in den nächsten Jahren weiter aufgehen: 2021 werde ein Drittel mehr Batterien produziert werden, als die Autoindustrie brauche. Die Überproduktion werde sich auch „nach 2025 nicht den benötigten wesentlich niedrigeren Abnahmemengen annähern“, heißt es in der Studie.
Batterieproduzenten könnten sich als Ausweg aus dem Dilemma auf die Zweitverwertung ausgelaugter Elektroauto-Batterien spezialisieren. „Batteriepaketlieferanten wie Bosch, ElringKlinger, aber künftig auch BMW, Daimler oder Volkswagen könnten sich in diesem Industriezweig frühzeitig positionieren und ein profitables Standbein aufbauen“, schreiben die Berater. Auch für Traktoren oder Bergbaufahrzeuge könnten die alten Autobatterien verwendet werden. (dpa, eigener Bericht)