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Deutsch-französisches Forschungsprojekt zu schwimmender Windenergie

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Zum ersten Mal wird ein Forschungsprojekt zu schwimmender Windenergie vom deutschen Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und dem französischen Regionalzusammenschluss WEst Atlantic Marine Energy Community kofinanziert. Das teilt die Universität Stuttgart mit. Das Projekt „Validierung, Messung und Optimierung von schwimmenden Windenergiesystemen“ (VAMOS) soll zu einem tieferen Verständnis für schwimmende Offshore-Windenergieanlagen beitragen – um letztlich auch die Kosten dieser Technologie zu verringern.

Im Rahmen des Projekts sind eine groß angelegte Messkampagne und eine Validierungsstudie vorgesehen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen direkt für den Entwurf eines verbesserten Turbinenreglers verwendet werden, um das dynamische Verhalten zu verbessern und die Lasten zu reduzieren. Langfristig lasse dies leichtere und kostengünstigere Turbinenkonstruktionen zu.

Die Messkampagne wird den Angaben zufolge an der ersten Offshore-Windkraftanlage Frankreichs, FLOATGEN, durchgeführt. Dort soll die Damping Pool® [„Dämpfungspool“]-Schwimmplattform von Ideol Anwendung finden, welche auf SEM-REV installiert ist – der europaweit ersten ans Netz angeschlossenen Offshore-Erprobungsstätte für Multi-Technologie-Offshore-Tests. Zwei LiDAR-Systeme sollen für eine sechsmonatige Messkampagne auf der voll funktionsfähigen Modellplattform installiert werden, um Windmessungen auf der Anströmungs- und der Nachlaufseite zu erhalten.

Die Forschenden entwickeln verschiedene multidisziplinäre Simulationsverfahren mit unterschiedlicher Modelltiefe, heißt es von Seiten der Universität Stuttgart. Darüber hinaus werde eine große Validierungsstudie durchgeführt, bei der die Ergebnisse der Messungen der Anströmung und des Nachlaufs mit denen der Simulationen verglichen werden sollen. Die Nachlauf-Messkampagne sei Teil des französischen Projekts FLOATEOLE, welches von der WEst Atlantic Marine Energy Community finanziert wird.

VAMOS soll die Kosten für schwimmende Offshore-Windkraftanlagen senken und damit die Nutzung der Offshore-Windressourcen unabhängig von der Wassertiefe ermöglichen.

Im Vordergrund stehe die experimentelle Charakterisierung des Einflusses von Plattformbewegungen auf das aerodynamische Verhalten von schwimmenden Windkraftanlagen und deren Nachlauf. Der Nachlauf der schwimmenden Windkraftanlage sei besonders relevant für die Konstruktion von schwimmenden Windparks, bei denen Nachlaufwechselwirkungen Produktionsverluste verursachen und die Materialermüdung verstärken könnten.

Gegenwärtig dominieren im Boden verankerte Offshore-Windkraftanlagen den Offshore-Bereich. Schwimmende Offshore-Windkraftanlagen verschieben laut der Universität Stuttgart jedoch die Grenzen und das Potenzial der Offshore-Windenergie, da diese in tieferen Gewässern eingesetzt werden können.

Im gemeinsamen Projekt VAMOS arbeiten sieben Partner 36 Monate lang zusammen. Darunter der Stuttgarter Lehrstuhl für Windenergie (SWE) der Universität Stuttgart, das Laboratoire de recherche en Hydrodynamique, Énergétique et Environnement Atmosphérique [„Forschungslabor für Hydrodynamik, Energetik und Atmosphärische Umwelt“] der Centrale Nantes (ECN), das Institut für Fluiddynamik und Schiffstheorie der Technischen Universität Hamburg (TUHH), die sowento GmbH, sowie die GL Garrad Hassan Deutschland GmbH, die UL International GmbH und Ideol SA als assoziierte Partner.

Beitragsbild: FLOATGEN – Frankreichs erste Offshore-Windkraftanlage, in der die Messkampagne durchgeführt wird. Copyright: Ideol, V. Joncheray.

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