Digitalisierung der Fernwärme: Wachstumskapital für Zentur.io

Das Team von Zentur.io rund um die Gründer Michael Detke (CEO, vorne links) und Alexander Stoll (CTO, vorne rechts). Bildquelle: Zentur.io

Das Unternehmen Zentur.io hat eine Seed-Finanzierungsrunde im siebenstelligen Bereich erfolgreich abgeschlossen. Das gab das auf die Digitalisierung und Dekarbonisierung von Fernwärmenetzen spezialisierte Start-up mit Sitz in Landshut bekannt. Bayern Kapital habe sich erstmalig gemeinsam mit dem Co-Investor Enpulse Ventures GmbH an Zentur.io beteiligt. Die Beteiligung von Bayern Kapital stammt aus dem kürzlich gestarteten Innovationsfonds EFRE II, mit dem vor allem junge, technologieaffine Start-ups in Regionen außerhalb des Großraums München unterstützt werden sollen. Die Mittel aus der Finanzierungsrunde sollen in den Ausbau des Teams von Zentur.io sowie in die Produktneu- und -weiterentwicklung und die Marktexpansion fließen.

„Mit Blick auf die wirtschaftlichen, politischen und ökologischen Herausforderungen, die der Klimawandel für die Gesellschaft mit sich bringt, ist es essenziell, dass die einzelnen Komponenten unserer Energie- und Wärmeinfrastruktur so effizient wie möglich sind – vor allem, da nach wie vor 80 Prozent unserer Wärme aus fossilen Energieträgern stammt“, hält Zentur.io fest. Insbesondere in Bestandsgebäuden und Ballungsräumen böten Fernwärmenetze enormes Potenzial zur Einsparung von Emissionen.

Zentur.io nutzt einen herstellerunabhängigen und verbraucherzentrierten Ansatz zur Sammlung von Daten. „Diese werden direkt von Verbraucherzählern gesammelt, die bis 2026 ohnehin fernauslesbar sein müssen.“ Die aufbereiteten Daten ermöglichten präzisere Berechnungen über das gesamte Fernwärmenetz hinweg, von Erzeugung über Netzbetrieb bis hin zum Verbrauch. Auf Basis der Daten erhielten Verbraucher und Versorger mehr Transparenz über ihren Energieverbrauch, und verschiedene Optimierungen des Netzes würden möglich. Dazu zählten beispielsweise die Senkung von Wärmeverlusten und die effizientere Nutzung von Primärenergie, wodurch gleichzeitig CO2-Emissionen reduziert werden.

Datenerfassung erhöht Transparenz und erlaubt Netzoptimierung

Für die Implementierung der Netzoptimierungen hat Zentur.io eine KI-basierte Software-as-a-Service-Lösung (SaaS) entwickelt, mit der sich Fernwärmenetze effizienter und damit kostengünstiger und umweltfreundlicher betreiben lassen. Diese „District Heating AI“ unterstützt Energieversorger entlang der kompletten Wertschöpfungskette eines Wärmenetzes, von der Planung und dem Bau neuer Netze bis hin zur Transformation und Integration erneuerbarer Energiequellen.

Zentur.io wurde im Jahr 2021 von zwei Absolventen der Hochschule Landshut gegründet. Das Unternehmen hat bereits verschiedene Pilotprojekte erfolgreich abgeschlossen und kleine bis große Fernwärmeversorger als Kunden gewonnen.

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