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DUH startet Kampagne gegen Palmöl im Diesel

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Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) startet mit sieben europäischen Partnerorganisationen eine internationale Kampagne gegen den Einsatz von Palmöl in Biokraftstoffen. Ziel ist es der DUH zufolge, Bürger zum Protest zu motivieren. Damit soll der Druck erhöht werden, Beimischungen von Palmöl im Diesel so schnell wie möglich auszuschließen. Auftakt der Kampagne ist eine Petition, die zeitgleich in den sieben Ländern startet.

Zunächst will die DUH darüber aufklären, dass Palmöl in der EU zunehmend dem Biodiesel beigemischt wird. Denn eine europaweite Umfrage belegt, dass die Mehrheit der EU-Bürger darüber nichts weiß und diese Praxis ablehnt. Mehr als drei Viertel der Deutschen wissen nicht, dass das umstrittene Palmöl stetiger Bestandteil von Diesel-Kraftstoff ist. Dieses Ergebnis zeigt eine IPSOS Umfrage in neun europäischen Ländern. Auf EU-Ebene ist der Anteil sogar noch höher: 82 Prozent der EU-Bürger wissen nichts von der Beimischung. Laut der europaweiten Umfrage sind 69 Prozent der Befragten gegen die Verwendung von Palmöl in Kraftstoffen und fordern ein Ende dieser Praxis.

DUH zweifelt positive Klimabilanz von Biodiesel aus Palmöl an

Die Erneuerbaren-Energien-Richtlinie der EU (RED), die ursprünglich das Ziel hatte, die CO2-Bilanz von Diesel zu verbessern, sorgt dafür, dass dem Diesel vermehrt Pflanzenöle zugemischt werden. Die DUH stellt jedoch insbesondere die Klimabilanz beim Einsatz von Palmöl in Frage. Werden die Treibhausgasemissionen aus indirekter Landnutzungsänderung (iLUC) berücksichtigt, liegen die Treibhausgasemissionen von Palmöl als Diesel-Beimischung nach Angaben der DUH 80 Prozent über denen von Diesel aus Mineralöl. Doch bisher berücksichtigen die Erneuerbaren-Energien-Richtlinie sowie die Kraftstoffqualitätsrichtlinie (Fuel Quality Directive FQD) die iLUC-Emissionen der Biokraftstoffe nicht in ihren CO2-Rechnungen.

Änderungen bezüglich der energetischen Palmöl-Nutzung noch möglich

Zwar hat das Parlament den Entwurf zur Neufassung der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie (RED II) schon beschlossen, nur der Ministerrat muss noch zustimmen. Trotzdem gibt es der DUH zufolge noch Änderungsspielraum. Nach allgemeiner Interpretation erfordert die Richtlinie ein Einfrieren von Biodiesel aus Palmöl auf das Verbrauchsniveau jedes Landes im Jahr 2019 und dann den schrittweisen Ausstieg ab 2023, wodurch der Verbrauch von Palmöl im Jahr 2030 auf Null gesenkt werden soll. Zumindest gelte das theoretisch, teilte die DUH mit.

Das technische Problem bestehe jedoch darin, dass das Einfrieren und der Ausstieg aus der energetischen Palmöl-Nutzung einen zusätzlichen Rechtsakt erfordern, um wirksam zu werden. Streng genommen sei in der Richtlinie von Palmöl keine Rede, sondern nur von Rohstoffen mit einem hohen Risiko von indirekten Landnutzungsänderungen (iLUC). Die Europäische Kommission muss daher wissenschaftliche Kriterien entwickeln, um festzustellen, welche Rohstoffe ein hohes iLUC-Risiko darstellen, das die Entwaldung und die Entwässerung von Mooren fördert. So gibt es eine hohe iLUC-Kategorie und eine niedrige iLUC-Kategorie.

Kommission soll Richtlinie anspruchsvoll durchsetzen

Die Kampagne der Umweltschutzorganisationen hat es daher zum Ziel, die EU-Bürger über die Verwendung aufzuklären und die Kommission zu motivieren, trotz des Widerstands der Produktionsländer die Richtlinie anspruchsvoll umzusetzen. Aufgrund der riesigen Mengen, die hierfür bislang verwendet werden, wäre das nach Ansicht der DUH ein gewaltiger Fortschritt.

Sieben weitere Umweltschutz-Organisationen beteiligt

Neben der DUH sind an der internationalen Kampagne auch Friends of the Earth aus den Niederlanden, Amis de la Terre und Canopeé aus Frankreich, Ecologistas en Acción aus Spanien, Fédération Inter-Environnement Wallonie aus Belgien, die Swedish Society for Nature Conservation sowie Transport & Environment beteiligt.

Lesen Sie mehr über die aktuellen Stand der RED II:

EU-Parlament einigt sich für 2030 auf 14 Prozent Erneuerbare im Verkehrsbereich

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