Die Bundesregierung geht davon aus, dass im Jahr 2025 von einem Bedarf an Akkumulatoren für mobile Anwendungen mit einer Kapazität von 525 GWh zu rechnen ist. Dieser könnte bis 2030 auf 1.250 GWh steigen, berichtet die Regierung in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der AfD. Dabei handelt es sich um mittlere Schätzwerte.
Angesichts der Marktdynamik und den „Abhängigkeiten der Zell-Nachfrage von einem vermutlich exponentiellen Wachstum und einer Marktverbreitung der Elektromobilität“ lägen Prognosen zum Speicherbedarf zum Teil weit auseinander. So bewegen sich die in der Antwort zitierten Schätzungen zwischen 200 und 800 GWh im Jahr 2025 und 600 bis 2.000 GWh im Jahr 2030.
Lithium-Ionen-Systeme dominieren den Markt bis 2030 vollständig
Von den bekannten chemischen Systemen von Akkumulatoren würden voraussichtlich bis 2030 nur Lithium-Ionen-Systeme Anwendung finden, heißt es weiter. Nach aktuellem Stand könnten Lithium-Ionen-Batterien Energiedichten bis zu 350 Wh/kg und 1.000 Wh/l auf Zellebene erreichen. Nach dem Jahr 2030 könnten in Abhängigkeit der Ergebnisse bei Forschung und Entwicklung weitere chemische Systeme wie beispielsweise Natrium-Ionen, Magnesium-Ionen, Metall-Luft oder Metall-Schwefel zur Nutzung kommen.
Nach Einschätzung der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) könne es vor allem dann zu erhöhten Preisrisiken kommen, wenn Rohstoffmärkte temporär unterversorgt sind, beispielsweise wenn neue Bergbauprojekte nicht oder verzögert an den Markt kommen oder durch Spekulation physische Mengen gebunden werden. „Die Preise der Batteriezellen sind trotz gestiegener Rohstoffpreise zuletzt gesunken und dieser Trend könnte sich nach Einschätzung der Bundesregierung fortsetzen“, heißt es weiter. „In Zukunft dürfte aber die Nachfrage nach Batteriezellen erheblich zunehmen.“
Rohstoffmonitoring prognostiziert Marktentwicklung für Lithium, Kobalt, Tantal und Gallium
Die DERA betreibt im Auftrag der Bundesregierung ein Rohstoffmonitoring. Hier werden u. a. auch Szenarien der Marktdeckung für ausgewählte Rohstoffe berechnet, in den letzten Jahren z.B. für Lithium, Kobalt, Tantal und Gallium. Dabei fließen verschiedene Angebots- und Nachfrageentwicklungen in die Modellierung ein. Die entsprechenden Analysen bilden in der Regel einen Zeithorizont von 5 bis 10 Jahre ab. Im Rahmen des Rohstoffmonitorings finde auch eine Betrachtung der zukünftigen Rohstoffnachfrage statt.
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