In Salzgitter hat die VW-Energietochter Elli den ersten Großspeicher an das Stromnetz angeschlossen. Der Speicher verfügt über eine Leistung von rund 20 MW und eine Kapazität von 40 MWh. „Damit steigt Elli operativ in den Energiespeicher- und Energiehandelsmarkt ein“, heißt es bei VW. Parallel beginnen Leistungstests für den Handel an der europäischen Strombörse EPEX. Das Projekt sei ein zentraler Baustein der konzernweiten E-Mobilitätsstrategie, „denn der Hochlauf der Elektromobilität erfordert nicht nur Fahrzeuge und Batterien, sondern auch eine stabile, flexible und marktfähige Energieinfrastruktur.“ Weitere Speicherprojekte sind bereits in Planung.
Technologische Basis des Projekts sind Batteriesysteme der konzerneigenen Batterietochter PowerCo. Mit ihrem Geschäftsbereich Energy Storage Solutions (ESS) entwickelt und produziert PowerCo industrielle Großspeicherlösungen auf Grundlage des etablierten Unified Cell Formats. Die Unified Cell ist die konzernweite Standardzelle für Elektromobilität und bildet zugleich die Plattform für stationäre Speicheranwendungen. Die PowerCo liefert damit erstmals auch Energiespeicherlösungen für industrielle Anwendungen. Am Standort Salzgitter entstehe so ein geschlossenes Batterie-Ökosystem: von der Zellfertigung über stationäre Speicher bis zur marktbasierten Vermarktung durch Elli.
Das in 13 Speichercontainer integrierte, virtuelle Kraftwerk wird im Multi-Market-Ansatz eingesetzt. Ein Elli Trading-Team handelt und optimiert die Anlagen 24/7 algorithmisch und mit eigenem Marktzugang, um Erlöse zu maximieren und zugleich Systemdienstleistungen bereitzustellen. „Mit dem PowerCenter übernehmen wir erstmals die Rolle eines aktiven Speicherbetreibers im europäischen Energiemarkt“, sagt Giovanni Palazzo, CEO von Elli. Das Managed Battery Network soll als Plattform Großspeicher, perspektivisch Fahrzeugbatterien und weitere Assets intelligent verknüpfen. „Aus physischer Speicherkapazität wird digitale Systemintelligenz.“