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Enercon will Produktionsnetzwerk neu aufstellen und Zulieferer integrieren

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Auf die Produktionspartner des Windenergieanlagenherstellers Enercon kommen erhebliche Änderungen zu. Das Unternehmen will sein Produktionsnetzwerk in Deutschland neu aufstellen. Im Zuge der Neuausrichtung auf internationale Märkte sollen an den Standorten Aurich und Magdeburg Kompetenzzentren für den Anlagen- und den Generatorbau entstehen, teilte das Unternehmen mit. Die Neuaufstellung werde „in enger Zusammenarbeit“ mit den bisherigen Produktionspartnern von Enercon erfolgen. Ziel sei es, einige der dafür zuständigen externen Unternehmen im Rahmen des Restrukturierungsprozesses in die Enercon-Gruppe einzugliedern – auch gesellschaftsrechtlich. Ohne den Abbau von Arbeitsplätzen wird der Umbau den Ausführungen zufolge nicht möglich sein.

„Wir wollen die Produktion in das Kernunternehmen Enercon integrieren und künftig als eigene Funktion führen“, kündigt Enercon COO Jost Backhaus an. „Wir streben diesbezüglich Gespräche mit den Gesellschaftern an. Das Vorhaben ist komplex und wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Aber wir sind zuversichtlich, dass es gelingt.“ Dahinter stehe die Zielsetzung, das Know-how für die Fertigung der wichtigsten Kernkomponenten für Enercon WEA zu erhalten und die Produktionsstandorte in Deutschland zukunftssicher auszurichten.

Am Standort Aurich/Niedersachsen soll in den kommenden Monaten ein „Kompetenzzentrum Mechatronic“ entstehen, das sämtliche für die Herstellung von Maschinenhäusern, Rotornaben und E-Komponenten erforderliche Fertigungsprozesse und Fachkenntnisse bündelt und das Leitwerk für diese Hauptkomponenten in der neu aufgestellten globalen Supply Chain von Enercon bildet.

Am Standort Magdeburg-Rothensee/Sachsen-Anhalt ist ein „Kompetenzzentrum Generator“ vorgesehen. Als Generator-Leitwerk soll es die für die Herstellung von fremderregten und Permanentmagnet-Generatoren der Marke Enercon erforderlichen Fachkenntnisse und Fertigungsprozesse konzentrieren.

„Diese Hauptkomponenten stellen gewissermaßen das Herzstück einer Enercon WEA dar“, sagt Backhaus. Aus unternehmensstrategischer Sicht sei es ein „zentrales Anliegen“, das Produktions-Know-how langfristig zu erhalten und den engen Austausch mit der eigenen Forschung und Entwicklung zu gewährleisten. „Wir wollen auch in Zukunft technologisch führend sein. Dazu ist es nach unserer Überzeugung unerlässlich, bei den wichtigsten Hauptkomponenten den direkten Zugriff auf die Produktionsprozesse zu haben.“ Man wolle in den Kompetenzzentren State-of-the-art-Fertigungstechnologie etablieren – inklusive Automatisierung, modernster Verfahren und Standards.

Kompetenzzentren in Aurich und Magdeburg als „Vorzeigebetriebe in Sachen Hochtechnologie“

Die Kompetenzzentren sollen „Vorzeigebetriebe in Sachen Hochtechnologie in der Produktion sein“, heißt es weiter. Damit sichere sich Enercon Technologiekompetenz und schaffe eine „wichtige Voraussetzung für unsere erfolgreiche Neuausrichtung.“ Gleichzeitig sei es das erklärte Ziel von Enercon, mit diesem Schritt die Produktionsstandorte Aurich und Magdeburg für das internationale Geschäft zu stärken. An beiden Standorten sollen die Produktionsprozesse für die Hauptkomponenten sowie die damit verbundenen Materialbewegungen und Lagerhaltungen optimiert und Synergien genutzt werden. „Beide Standorte werden in der neuen Aufstellung auch im globalen Maßstab wettbewerbsfähig sein“, sagt Backhaus.

Hintergrund der beabsichtigten Reorganisation des Produktionsbereichs ist die Neuausrichtung Enercons auf internationale Märkte. Seit 2017 befinde sich die Onshore-Windbranche in einem harten Konsolidierungsprozess, von dem auch Partnerunternehmen von Enercon bereits betroffen waren. Nach dem Zusammenbruch des deutschen Onshore-Marktes hatte Enercon eine umfangreiche Restrukturierung eingeleitet, bei der sich das Unternehmen auf das „aussichtsreiche internationale Geschäft“ fokussiert. Damit verbunden ist der Plan einer Neuaufstellung der Zulieferketten, die einem notwendigen Kostensenkungsprogramm unterzogen und ebenfalls international ausgerichtet werden sollen.

„Es wird in einzelnen Gesellschaften erhebliche Veränderungen geben müssen“

Neben der Fertigung in Zielmärkten aufgrund von „local content“-Anforderungen vergibt Enercon Produktionsaufträge verstärkt an Zulieferer in „best cost“-Ländern. „Wir müssen uns dem Kostendruck und Wettbewerb stellen und neu ausrichten. Nur so können wir im wettbewerbsintensiven globalen Geschäft bestehen“, so Backhaus weiter. Auch die Integration der Produktion in der beabsichtigten Weise sei aus diesen Gründen mit einer „notwendigen Konsolidierung“ verbunden. „Es wird in einzelnen Gesellschaften erhebliche Veränderungen geben müssen. Sie sind ihrerseits gefordert, Lösungen für die neue Situation zu finden. Aufgrund der herausfordernden Rahmenbedingungen werden wir uns insbesondere keine Redundanz in Deutschland mehr leisten können“, so Backhaus.

Man bedauere sehr, dass man sich im Zuge der Neuausrichtung von Produktionspartnern und Zulieferern trennen müsse, mit denen uns „vor dem Hintergrund des globalen Wettbewerbs keine weitere Zusammenarbeit möglich ist“. Durch die Einrichtung der Kompetenzzentren werde man aber in der Lage sein, Beschäftigung und Know-how zu halten und die Standorte Aurich und Magdeburg für die Zukunft neu aufzustellen. (Nachweis für Beitragsbild: Enercon)

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