In Erkner ist die zweite großtechnische Wärmepumpe für das neue Wärmeerzeugungssystem geliefert worden. Im Herbst startet die EWE-Tochter TEWE in Erkner die klimafreundliche Fernwärmeproduktion. Das neue Erzeugungssystem besteht aus einem Biomethan-Blockheizkraftwerk (BHKW) zur Grundlastversorgung und einem zweiteiligen Wärmepumpensystem. Bereits im vergangenen Herbst wurde das BHKW geliefert, das künftig mit einer elektrischen Leistung von 360 kW und einer Wärmeleistung von 400 kW aus Biomethan gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt. Der dabei erzeugte Grünstrom treibt wiederum das 530-kW-Wärmepumpensystem an. Die intelligente, lokale Sektorenkopplung sorgt auch dafür, dass das Stromnetz nicht zusätzlich belastet wird.
Die Wärmepumpentechnik kombiniert je eine Luft-Wasser- und eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe. Gemeinsam ermöglichen die Wärmepumpen die schrittweise Erhitzung des Heizwassers bis auf 80 Grad Celsius – versorgt aus Umweltwärme und unterstützt durch einen Wärmespeicher. Beide Wärmepumpen werden mit natürlichen Kältemittel betrieben.
Mit Inbetriebnahme des Systems steige der Anteil erneuerbarer Energien im Fernwärmenetz der 12.000-Einwohner-Kommune im brandenburgischen Oder-Spree-Kreis von null auf über 50 Prozent. Bislang wurde die Wärme im Heizhaus Mitte ausschließlich mit Erdgaskesseln erzeugt – künftig übernimmt das System aus Wärmepumpen und Biomethan-BHKW die Versorgung. Zu den größten Kunden zählen die Stadt Erkner, das Bildungszentrum sowie die Wohnungsgesellschaft Erkner.
Zwei weitere Energiezentralen sollen auf klimafreundliche Versorgung umgestellt werden
Auch die beiden weiteren Energiezentralen in Erkner, die ebenfalls von TEWE betrieben werden und derzeit noch mit Erdgaskesseln arbeiten, sollen im Sinne einer klimafreundlichen Wärmeversorgung schrittweise umgebaut werden. Konkrete Planungen und technische Konzepte werden derzeit erarbeitet.
Das Projekt in Erkner Mitte wird durch Mittel der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) unterstützt. Rund 2,4 Mio. Euro investiert TEWE in den Umbau der Wärmeversorgung, davon rund 600.000 Euro aus Fördermitteln. Die Planung und Baubegleitung übernimmt EWE als Gesellschafter der TEWE. Auch bei der Umsetzung setzt das Unternehmen bewusst auf regionale Partner.