Die erste Windkraftanlage des Offshore-Windparks EnBW He Dreiht hat am Dienstagabend Strom ins Netz eingespeist. Damit nimmt das derzeit größte deutsche Offshore-Projekt den Betrieb auf. In den kommenden Wochen sollen weitere Anlagen folgen. Bislang sind 27 von insgesamt 64 Turbinen errichtet, die bis Sommer 2026 vollständig in Betrieb gehen sollen.
Mit einer geplanten Gesamtleistung von 960 Megawatt (MW) kann der Windpark rechnerisch rund 1,1 Mio. Haushalte versorgen. Das Projekt kommt ohne Förderung aus und wird etwa 85 Kilometer nordwestlich von Borkum und 110 Kilometer westlich von Helgoland errichtet. „Die erste produzierte Kilowattstunde markiert einen bedeutenden Meilenstein“, sagte Peter Heydecker, Vorstand Nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur bei EnBW.
Neue Maßstäbe in der Offshore-Windenergie
Auch der Turbinenhersteller Vestas verweist auf die technische Dimension: „Die 15-MW-Anlage ist eine Weltneuheit und setzt neue Maßstäbe in der Offshore-Windenergie“, erklärte Nils de Baar, Präsident von Vestas Northern & Central Europe. Eine Rotorumdrehung reicht aus, um rechnerisch vier Haushalte einen Tag lang mit Strom zu versorgen. Der Rotor mit 236 Metern Durchmesser durchstreicht eine Fläche von rund 43.700 Quadratmetern – das entspricht sechs Fußballfeldern.
Die interne Parkverkabelung ist bereits abgeschlossen und mit der Konverterplattform des Übertragungsnetzbetreibers Tennet verbunden. Dort wird der Strom in Gleichstrom umgewandelt und über zwei Hochspannungs-Gleichstrom-Kabel an Land gebracht. 49,9 Prozent der Anteile hält ein Konsortium aus Allianz Capital Partners, AIP und Norges Bank Investment Management. Die Investitionssumme liegt bei rund 2,4 Mrd. Euro.