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Esoro erhält Straßenzulassung für Brennstoffzellen-LKW der 35-Tonnen-Klasse

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Der Schweizer Auftragsentwickler Esoro, Fällanden, hat die Straßenzulassung für einen Brennstoffzellen-Lastwagen erhalten, den er im Auftrag des Handelsunternehmens Coop gebaut hat. Wie Esoro mitteilte, sind der Zulassung monatelange Tests über mehrere Tausend Testkilometer und eine intensive Zusammenarbeit mit den Behörden vorangegangen. Die Reichweite mit einer Tankfüllung Wasserstoff beträgt Esoro zufolge 400 Kilometer. Das Betanken dauere rund neun Minuten.

Autos mit Brennstoffzellen gibt es zwar schon, Lastwagen die den Ansprüchen der Coop-Logistik genügen, gab es dagegen Esoro zufolge bisher nicht. Denn die Anforderungen seien weit höher. Lastwagen fahren im kommerziellen Betrieb täglich während zehn bis zwölf Stunden und müssen möglichst hohe Nutzlasten transportieren. Dazu kommen energiehungrige Nebenaggregate wie Kühlanlagen und hydraulische Hebebühnen.

Der Lastwagen von Esoro erfülle nun als erstes Brennstoffzellenfahrzeug die Anforderungen des kommerziellen Einsatzes – und der Schweizer Straßenverkehrsämter. Er verfügt über einen Kühlaufbau sowie über einen Kühlanhänger und wird künftig die Coop-Filialen mit Produkten versorgen. Angetrieben wird das Fahrzeug von einem Brennstoffzellensystem, das von der Firma Swiss Hydrogen in Kooperation mit Esoro entwickelt wurde und das kontinuierlich Strom aus Wasserstoff erzeugt.

LKW trägt immer sein eigenes Kraftwerk mit sich

Der Lastwagen trägt somit sein eigenes Kraftwerk immer mit sich. Die Brennstoffzelle liefert direkt Strom an den Motor oder lädt alternativ die relativ kleine Batterie, welche wiederum den Elektromotor antreibt. Die Energie zum Beschleunigen kommt hauptsächlich aus der Batterie. Beim Bremsen dient sie als Zwischenlager für den zurückgewonnenen Strom. Der Wasserstoff wird mittels Elektrolyse von der Firma H2 Energy am Wasserkraftwerk der IBAarau hergestellt und dann an die Coop-Pronto-Tankstelle im nahen Hunzenschwil gebracht. Das Kraftwerk produziert den Wasserstoff immer dann, wenn die Strompreise tief sind und tendenziell zu viel Strom zur Verfügung steht. Somit hilft das System, Schwankungen im lokalen Netz zu kompensieren. Der Lastwagen fährt somit im geschlossenen Wasserkreislauf immer komplett CO2-frei.

Der Brennstoffzellen-Motorwagen von Esoro ist als erster in der Schweiz mit einem Gewicht von 19 statt 18 Tonnen zugelassen. Aufgrund einer neuen Regelung dürfen abgasfreie schwere Nutzfahrzeuge mit Alternativantrieben bis zu einer Tonne schwerer sein als konventionelle Lastwagen, um das höhere Gewicht des umweltfreundlichen Antriebs auszugleichen. Der Anhänger verfügt über ein Maximalgewicht von 16 Tonnen. Der gesamte Lastzug hat somit ein zugelassenes Maximalgewicht von 35 Tonnen.

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