Wissenschaftlern der Hochschule Stralsund ist in Zusammenarbeit mit der bse Engineering Leipzig GmbH erstmals die direkte Produktion von Methanol aus Wasserstoff und Kohlendioxid gelungen. Eine Methanol-Synthese-Anlage ist nach Angaben der Hochschule am Institut für Regenerative EnergieSysteme (IRES) in Betrieb genommen worden. Damit sei bewiesen, dass die aus Wasserstoff gewonnene Energie ohne kostspielige und aufwendige Pufferspeicherung in Methanol überführt werden kann. Dem Einsatz von Wasserstoff als Energieträger im Transportsektor und anderen großen Wirtschaftsbereichen sei folglich die größte Hürde genommen.
Mit der nun einwandfrei funktionierenden Anlage an der Hochschule Stralsund kann die Energiegewinnung und Energiespeicherung direkt von der Elektrolyse auf die Synthese überführt werden. „Nach zwei Jahren Konstruktion und Bau läuft die Anlage jetzt. Das ist ein großer Schritt für diese Art der Energiespeicherung“, sagte Andreas Sklarow, Ingenieur am IRES.
Investitionskosten bei der Elektrolyse sinken um 25 Prozent
Flüssiges Methanol ist als Energieträger gefahrlos zu transportieren und zu lagern. Als zentrale Grundchemikalie der Industrie ist es auch als Kraftstoff für die direkte Verbrennung in Motoren einsetzbar und kann auf eine etablierte Anwendung in der Industrie zurückgreifen. Deshalb ist die Umwandlungsmöglichkeit von Wasserstofff zu Methanol so wichtig. Power-to-Methanol, wie es in der Fachwelt heißt, hat im Vergleich zu Power-to-Methan ein besseres C-H-Verhältnis, denn immerhin wird auch ein Wasserstoffatom weniger benötigt. Dies reduziert die Investitionskosten bei der Elektrolyse um 25 Prozent.
Methanol kann problemlos transportiert werden
Konkret bedeutet das, dass durch die nun gewonnene Möglichkeit des problemlosen Transports von Energie über Methanol, der in Mecklenburg-Vorpommern produzierte Strom auch in Bayern genutzt werden und überschüssig produzierter Strom von Windkraftanlagen für die Rückverstromung bereitgestellt werden kann. Eine Anpassung der Infrastruktur in der Energiebranche ist indes nicht notwendig, da Methanol als etablierter Energieträger bereits umfangreich zum Einsatz kommt.