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Fraunhofer Umsicht erzeugt Biokraftstoff aus Klärschlamm

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Der Bau einer Großanlage zur Produktion von Biokraftstoffen aus Klärschlamm hat in Hohenburg im Landkreis Amberg-Sulzbach begonnen. Die Inbetriebnahme ist für Anfang 2020 geplant, teilte das Fraunhofer Umsicht mit. Die Demonstrationsanlage werde in der Lage sein, pro Stunde 500 kg getrockneten Klärschlamm in rund 50 Liter Biobenzin und Biodiesel umzuwandeln. Sie ist Teil des EU-Projekts „To-Syn-Fuel“, das vom Fraunhofer Institut Umsicht in Sulzbach-Rosenberg geleitet und mit internationalen Partnern umgesetzt wird. Insgesamt stehen 12 Mio. € an Fördermitteln der EU bis ins Jahr 2020 zur Verfügung.

Mit dem Demonstrator in Hohenburg wollen die Projektbeteiligten zeigen, dass ihre Technologie im Industriemaßstab anwendbar ist, und dass der erzeugte Kraftstoff zu wettbewerbsfähigen Preisen angeboten werden kann. „Wir wollen eine neue Prozesskette für CO2-neutralen, flüssigen Kraftstoff aus biogenen Reststoffen etablieren – von den Ausgangsstoffen, in diesem Fall Klärschlamm, bis zum normgerechten Diesel und Benzin, das wir ohne Anpassung in herkömmlichen Motoren einsetzen können“, sagte Projektleiter Robert Daschner.

TCR-Verfahren eröffnet breite Rohstoffbasis

In der Demonstrationsanlage wird das Thermo-Catalytic-Reforming-Verfahren (TCR-Verfahren) zum Einsatz kommen, das von Professor Andreas Hornung, Leiter des Fraunhofer Instituts Sulzbach-Rosenberg gemeinsam mit Fraunhofer und der Fraunhofer-Ausgründung Susteen entwickelt wurde. Das TCR-Verfahren kann neben Klärschlamm eine breite Basis an Biomassen und Reststoffen verwerten, zum Beispiel Holzreste, Gärreste aus Biogasanlagen, Abfälle aus der Getränke- und Papierproduktion oder kommunale Bioabfallfraktionen.

Neben einem hochwertigen Öl als Zwischenprodukt für die Kraftstofferzeugung entstehen beim TCR-Verfahren Produktgas und Bio-Kohle. Diese Bestandteile können für die Energieerzeugung oder als Bodenverbesserer eingesetzt werden. Durch den hohen Wasserstoffanteil des Produktgases sei es zudem erstmals wirtschaftlich möglich, eine Vor-Ort-Hydrierung der Öle durchzuführen und normgerechte Kraftstoffe lokal zu erzeugen.

Biokraftstoff dort erzeugen, wo Reststoffe anfallen

Eine dezentrale Raffinerie sei der Leitgedanke des Projekts. Das heißt, dass die Projektpartner im Vergleich zur petrochemischen Industrie auf vergleichsweise kleine Anlagen setzen, die den Kraftstoff dort erzeugen, wo die Abfallbiomasse entsteht. „Dadurch entstehen einerseits weniger Transporte, und gleichzeitig schaffen wir neue Möglichkeiten für die lokale Wertschöpfung, zum Beispiel in den Kommunen oder der Landwirtschaft“, führte Daschner aus. Der Standort der zukünftigen Demonstrationsanlage in Hohenburg entspreche diesem Gedanken, die erforderlichen Mengen und Qualität an Klärschlamm seien ganzjährig verfügbar.

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