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Freiflächen-PV: Ost-West-Ausrichtung wird wichtiger

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Im brandenburgischen Breddin hat die NaturEnergy, Tochter des Öko-Energieversorgers Naturstrom AG, einen 5,6-MW-Solarpark in Ost-West-Ausrichtung in Betrieb genommen. Dadurch können in den nachfragestarken Morgen- und Abendstunden mehr Solarstrom erzeugt werden. „Die geringere Einspeisung in der Mittagszeit und eine höhere Stromproduktion in den Morgen- und Abendstunden zahlen deutlich auf die Netzstabilität ein“, sagt Thomas E. Banning, Geschäftsführer der NaturEnergy KGaA und Vorstandsvorsitzender der Naturstrom AG. (Beitragsbild: Photovoltaik-Freiflächenanlage Breddin mit Ost-West-Ausrichtung, Bildquelle: Naturstrom)

Zwar produziert die Anlage durch die Ost-West-Ausrichtung in Summe weniger Ökostrom als eine klassisch nach Süden ausgerichtete Anlage mit derselben Leistung. Dafür aber ist der zu Zeiten mit hoher Nachfrage produzierte Strom mehr wert. Zudem entgeht man damit ein Stück weit dem „Kannibalisierungsproblem“ des Solarzubaus. Schon in wenigen Jahren werde eine Überproduktion von Solarstrom in der Mittagszeit entstehen, „die kaum noch einen Wert haben wird“, heißt es bei Naturstrom.

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Ein weiterer Vorteil der Ausrichtung sei ein geringerer Flächenbedarf für die Anlage bei derselben installierten Leistung. „Die Modulreihen können durch die dachähnliche Anordnung enger gestellt werden, so dass wir die Fläche besser ausnutzen und somit geringere Flächenkosten erreichen“, erläutert Banning. „Die Ost-West-Ausrichtung war bislang vor allem auf Dachflächen interessant, wird aber zukünftig auch bei Freilandanlagen eine Rolle spielen.“

Projekt erhält fixe Marktprämie nach Erfolg in Innovationsausschreibung

Der 5,6 MWp große Solarpark befindet sich entlang einer Eisenbahnstrecke und wird voraussichtlich rund 5,2 GWh Strom pro Jahr produzieren. Den Zuschlag für den Park hat die NaturEnergy im Rahmen einer Innovationsausschreibung erhalten. Für den vor Ort erzeugten Strom erhält das Unternehmen eine fixe Marktprämie, die für jene Zeiten auf null sinkt, in denen negative Preise am Day-Ahead-Markt der Strombörse herrschen. „Refinanzieren muss sich die Anlage also vor allem im Markt“, heißt es bei Naturstrom.

Die Ende 2020 durch die Naturstrom AG gegründete NaturEnergy KGaA betreibt nach etwas mehr als einem Jahr selbst oder über Beteiligungen ein Portfolio von insgesamt 116,7 MW, bestehend aus acht Solarparks mit in Summe 49,6 MWp und 26 Windenergieanlagen mit zusammen 67,1 MW. Man arbeite zusammen mit Partnern im Sinne einer dezentralen und regenerativen Energieversorgung und damit als Gegenpol zu den Konzentrationsprozessen in der Energiebranche, heißt es bei NaturEnergy. Bürger, Gemeinden und mittelständische Unternehmen könnten sich gemeinsam mit dem Unternehmen am Umbau beteiligen.

Die Topthemen der Ausgabe 19.2022 von ContextCrew Neue Energie:

Zehn Terawattstunden: PPA auf dem Weg in eine neue Dimension

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