In Hilchenbach wird eine der größten Luft-Wasser-Wärmepumpen Deutschlands in Betrieb genommen. Gemeinsam haben Getec und SMS group hier eine Power-to-Heat-Anlage realisiert. Die Anlage, die nach Getec-Angaben ausschließlich mit Strom aus regenerativen Quellen betrieben wird, erreiche eine jährliche Einsparung von 6.000 Tonnen CO2.
Die Anlage kombiniert mehrere Komponenten zu einer integrierten Wärmelösung. Vier große Luft-Wasser-Wärmepumpen mit einer Leistung von 3 MWth entziehen der Umgebungsluft thermische Energie, selbst bei Minusgraden. Diese Energie wird in einem Quellspeicher zwischengespeichert, bevor Wasser-Wasser-Wärmepumpen mit einer Leistung von 4 MWth sie auf bis zu 85 °C erhitzen. Ein 2.000 m³ großes Pufferspeichersystem garantiert die Wärmeverfügbarkeit auch bei Spitzenbedarf.
KI-gestütztes Prognosemodell passt Betrieb wetter- und lastabhängig an
In besonders kalten Zeiten springt ein elektrischer Kessel mit einer Leistung von 4 MWth ein, der das Wasser ebenfalls rein elektrisch auf bis zu 95 °C erhitzt. Besonders innovativ sei die intelligente Steuerung, heißt es. Ein KI-gestütztes Prognosemodell passt den Betrieb wetter- und lastabhängig an, sodass die Anlage dann läuft, wenn Strom günstig und grün ist.
„Die Power-to-Heat-Anlage ist ein zentraler Baustein auf unserem Weg zum klimaneutralen Betrieb am Standort Hilchenbach – ein Ziel, das wir bis 2030 erreichen wollen“, sagt Fabíola Fernandez, CFO der SMS group. „Als SMS group treiben wir die Dekarbonisierung der weltweiten Stahlindustrie voran. Genauso wichtig ist es uns aber, Verantwortung im eigenen Haus zu übernehmen und Nachhaltigkeit auch in unseren Werken konsequent umzusetzen.“ Die Anlage stabilisiere das Stromnetz, indem sie überschüssigen grünen Strom in Form von Wärme speichert, heißt es weiter. Dank ihrer modularen Konzeption könne sie problemlos um weitere regenerative Systemkomponenten erweitert werden.
Getec verantwortet die Finanzierung, Umsetzung und Betrieb der Anlage
Die SMS group hat die Rahmenbedingungen für die Anlage definiert und gemeinsam mit Getec als Partner umgesetzt. Getec verantwortet die Finanzierung, Umsetzung sowie den Betrieb der Anlage. „Das Power-to-Heat-System in Hilchenbach zeigt, wie industrielle Dekarbonisierung heute schon funktioniert – wirtschaftlich, modular und ganz ohne fossile Energie“, betont Thomas Stephanblome, CEO Getec Deutschland. Gefördert wurde das Projekt über die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW).