Abo

Newsletter

Grüner Ammoniak könnte als Energiespeicher und Kraftstoff dienen

Ausgabe:
Bereiche:
Themen:
Ressort:
Unternehmen:

Überschüssiger Windstrom soll mit Hilfe elektrokeramischer Dünnschichtmembranen zukünftig zur Ammoniakherstellung dienen. Die chemische Verbindung von Stickstoff und Wasserstoff könnte anschließend gespeichert und bei Bedarf als Treibstoff für neuartige, emissionsfreie Schiffsantriebe genutzt werden – und somit die maritime Mobilität revolutionieren. Wie das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP) mitteilte, haben Forscher, Ingenieure und Unternehmer dieses Konzept im Rahmen des Bündnisses „Campfire“ für die Region Nord-Ost erarbeitet.

Bislang werden die meisten der weltweit rund 50.000 Handels- und Passagierschiffe von schwefelhaltigem Schweröl angetrieben. Diese gewaltige Flotte ist für über drei Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Nach den Plänen könnten die ersten Innovationen in fünf Jahren umgesetzt werden. Bis dahin seien weitere Projekte notwendig, um Schiffsdesign, Antriebe und Sicherheitskonzepte auf den neuen Energieträger zuzuschneiden. „Hier entwickeln sich dynamische Märkte, bei denen Deutschland nicht den technologischen Anschluss verpassen darf“, sagte Angela Kruth, Projektleiterin im INP.

Vision für die wirtschaftliche Zukunft der Region Nord-Ost

Die insgesamt 30 Bündnispartner haben während einer siebenmonatigen Konzeptphase, die im Rahmen des Programms „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“ vom Bundesforschungsministerium gefördert wurde, eine Vision für die wirtschaftliche Zukunft der Region Nord-Ost entwickelt. Diese Modellregion im Raum Rostock, Stralsund, Greifswald und der Uckermark vereint Forschungsinstitute, Universitäten, Verbände und Unternehmen aus der Energiebranche, der maritimen Wirtschaft sowie der Düngemittelindustrie.

Aufbau neuer Unternehmen als Ziel

Das Bündnis Campfire hat sich zum Ziel gesetzt, starke wirtschaftliche Impulse zu setzen, die zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und somit zum Aufbau neuer Unternehmen führen. In der beabsichtigten Umsetzungsphase sollen wissenschaftliche und unternehmerische Kompetenzen aus den Bereichen der Dünnschichttechnologien, Hochleistungskatalysatoren, Energiesysteme, aus dem Schiffsdesign sowie der Rechtspolitik gebündelt werden.

INP, IKEM und HOST koordinieren Konzeptphase

Die Konzeptphase wurde vom INP, dem Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM) sowie der Hochschule Stralsund (HOST) koordiniert.

Lesen Sie dazu auch:

Thyssenkrupp erzeugt erstmals Methanol aus Hüttengas

Mehr von ##company_names##

Verwandte Meldungen

ÜbersichtRichtungsweisende Wasserstoff-Projekte

Hier finden Sie eine Übersicht mit richtungsweisenden Power-to-Gas- und Wasserstoff-Projekten in Deutschland. Die Übersicht wird im Zuge der Berichterstattung in ContextCrew Neue Energie zu...

Joint VentureEWE und Verbund planen 500-MW-Elektrolyseur in der Wesermarsch

EWE und Verbund gründen ein Joint Venture für das Wasserstoffprojekt „CHC Elektrolyse JadeWeser“ in der Wesermarsch. Geplant ist ein Elektrolyseur mit einer Leistung von...

Neue AusbaustufeH2Future in Linz erhält Speicher und Verdichtung

Voestalpine und Verbund haben die erweiterte Wasserstoff-Pilotanlage H2Future am voestalpine-Standort Linz in Betrieb genommen. Im Rahmen des Projekts H2Future-Follow-Up wird die seit 2019 betriebene...

ZESS in BraunschweigFraunhofer eröffnet Neubau für Energiespeicherforschung

Die Fraunhofer-Gesellschaft hat Anfang Oktober in Braunschweig den Neubau des Zentrums für Energiespeicher und Systeme (ZESS) eröffnet. Bund und Land Niedersachsen investierten rund 49,85...

BiomethanolwerkLhyfe und Perpetual Next prüfen Wasserstofflieferung

Der Wasserstoffproduzent Lhyfe und der Rohstoffhersteller Perpetual Next wollen eine langfristige Lieferung von grünem Wasserstoff für eine geplante Biomethanol-Anlage im niederländischen Delfzijl prüfen. Das...