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H2-Verflüssigung: Engie investiert in Start-up Magnotherm

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Engie New Ventures (ENV) investiert in das Unternehmen Magnotherm investiert. Auf Basis magnetischer Kühlung entwickelt das 2019 gegründete Start-up Magnotherm eine Technologie zur Wasserstoffverflüssigung und erweitert mit dem Investment von Engie seine Seed-Finanzierung auf 6,8 Mio. €.

Die Technologie von Magnotherm, die ebenfalls für die Kälteproduktion (Kühlschränke, Klimaanlagen) eingesetzt werden kann, nutzt nach Angaben von ENV anstelle von Gaskompression magnetische Kühlung zur Verflüssigung von Wasserstoff, um so dessen Transport und Speicherung in größeren Mengen zu ermöglichen. Der Prozess basiert auf dem magnetokalorischen Effekt (MCE), der die Temperatur eines magnetokalorischen Materials verändert, sobald es einem Magnetfeld ausgesetzt ist.

Die Wasserstoffverflüssigungstechnologie von Magnotherm befinde sich derzeit in der Entwicklungsphase, heißt es weiter. Mit seiner Investition will Engie nach eigenen Angaben eine aktive Entwicklungsrolle übernehmen, indem es auf das Wissen und die Expertise des Lab Crigen, dem Forschungs- und Entwicklungszentrum von Engie für grüne Gase (Wasserstoff, Biogas, Flüssiggase), zurückgreift. Engie und Magnotherm seien darüber hinaus Mitglieder eines europäischen Konsortiums im Rahmen des EU-finanzierten Projekts HyLICAL, das darauf abzielt, Europas ersten magnetischen Verflüssiger für Wasserstoff zu bauen.

„Die Technologie von Magnotherm wird die Kosten für Wasserstoffverflüssigung senken und diese wirtschaftlich rentabel machen“, zeigt sich ENV zuversichtlich. Dies ebne den Weg für den Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur, die zur weiteren Entwicklung des gesamten Wasserstoffsektors beitrage.

Ziel von Magnotherm sei es, eine für die Industrie skalierbare Lösung anzubieten. Die hierfür notwendige Prototypenanlage zur Verflüssigung von Wasserstoff im industriellen Maßstab soll 2025 eingesetzt werden.

Die Zusammenarbeit von Engie und Magnotherm soll dazu beitragen, künftigen industriellen Bedarfen „resilienter begegnen zu können“. Studien prognostizierten, dass bis 2030, wenn der erste magnetokalorische Wasserstoffverflüssiger den industriellen Maßstab erreicht, der Gesamtbedarf an Wasserstoff 40 bis 90 TWh pro Jahr betragen wird – dies entspricht einer Elektrolysekapazität von 22 bis 37 Gigawatt, „was etwa dem Achtzigfachen der derzeit weltweit installierten Elektrolysekapazität gleichkommt“.

Kontexte im Dossier:

Grüner Wasserstoff: Hochlauf, Technologien und Geschäftsmodelle

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