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Hirschvogel: Strom aus Abwärme bei der Stahlumformung

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Das Bundesumweltministerium fördert ein neues Abwärmeprojekt der Hirschvogel Umformtechnik GmbH mit Sitz im bayrischen Denklingen. Dabei geht es um eine neue materialeffiziente Technologie zur Stahlumformung, teilte das Ministerium mit. Durch die Anlagenmodernisierung soll das Unternehmen jährlich bis zu 100 MWh Strom für weitere Prozessschritte aus Abwärme erzeugen. Gleichzeitig werden Effizienzsteigerungen und geringerer Ausschuss erwartet, da die neue Anlage weniger anfällig für Schwingungen sei.

Nach aktuellem Stand der Technik werde bei der Halbwarmumformung von Stahl sehr viel Energie benötigt. Die bei der induktiven Erwärmung des Rohmaterials entstehende Abwärme sei bisher auf Grund der niedrigen Temperaturen nicht zur Stromerzeugung genutzt worden. Bei der erstmals zum Einsatz kommenden Anlage werden die Kühlkreisläufe der Leistungselektronik und der eigentlichen Induktionsspule aufgeteilt. Dadurch erhöhe sich die derzeitig nutzbare Rücklauftemperatur von 35 bis 60 Grad Celsius auf mindestens 85 Grad Celsius. Bei diesem Temperaturniveau reiche die energetische Qualität der Abwärme aus, um jährlich bis zu 100 MWh Strom für die weiteren Prozessschritte zu erzeugen. Zudem sorge ein vollkommen neues Antriebskonzept für die Effizienzsteigerungen.

Mit dem Vorhaben können zusätzlich zur Stromerzeugung jährlich 150 Tonnen Stahl sowie mehr als 730 MWh Strom eingespart werden, heißt es. Daraus ergebe sich eine CO2-Minderung von bis zu 446 Tonnen pro Jahr. Im Vergleich zur konventionellen Stromerzeugung könnten darüber hinaus weitere Schadstoffe wie Methan, Schwefeldioxid und Stickoxide vermieden werden. Mit dem Umweltinnovationsprogramm fördere das Bundesumweltministerium die erstmalige, großtechnische Anwendung innovativer Technologien. Das Vorhaben müsse über den Stand der Technik hinausgehen und sollte Demonstrationscharakter haben.

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