Das Unternehmen Schmidmeier NaturEnergie positioniert sich mit Hybridheizkraftwerken am Markt, berichtet Schmidmeier. Sie böten die Flexibilität, kurzfristig zwischen biogener und elektrischer Wärmeversorgung umzuschalten. Im Sommer fahren die Anlagen bei großem Angebot an billigem Strom die Biomassekessel bis auf 30 Prozent der Leistungsfähigkeit zurück. Sie nutzen stattdessen den zu diesem Zeitpunkt billigen grünen Überschuss-Strom.
Die Vorgehensweise schone die Holzvorräte, die dann in der dunklen Jahreszeit in den Biomasseanlagen eingesetzt werden können, wenn die Photovoltaik wenig Strom liefert. „Hier spielen wir die Stärken der hochwirtschaftlichen, preisstabilen, jederzeit verfügbaren Holzenergie aus – und meiden so den im Winter hohen Strompreis“, sagt Thomas Schmidmeier, Geschäftsführer von Schmidmeier NaturEnergie.
Industrielle Prozesswärme mit Kombi aus Biomasse und Wärmepumpe
Hybride Lösungen gebe es in den unterschiedlichsten Temperaturbereichen. Bis 110 Grad Celsius könne eine Kombination aus Biomasse-Anlage und Großwärmepumpe zum Einsatz kommen. Dabei liefern die Wärmepumpen die Grundlast, die Biomasse deckt Spitzenlasten und saisonale Bedarfe ab. Bei großen Anlagen ist auch die Kombination einer Wärmepumpe mit einem Heizkraftwerk realisierbar. Hier liefert die Biomasseanlage im Winter günstigen Strom aus Gebrauchtholz für die Wärmepumpe. Die dabei entstehende Abwärme deckt die Spitzenlast beispielsweise eines Fernwärmenetzes in der kalten Jahreszeit. Grüner und effizienter kann man Energie kaum bereitstellen.
Erste Wirtschaftlichkeitsberechnungen mit Stadtwerken kämen zum Ergebnis, dass sich durch die Hybridtechnik die Wärmegestehungskosten im Vergleich zu reinen Wärmepumpenanlagen halbieren ließen, betont das Unternehmen. Schmidmeier biete die Technik gemeinsam mit einem weltweit agierenden Großwärmepumpenhersteller an. Komplette Heizzentralen werden als funktionale Generalübernehmerleistung errichtet.
„Bei industriellen Anwendungen jedoch mit Temperaturen zwischen 110 und 200 Grad – in Ausnahmefällen bis zu 400 °C – kommt die Wärmepumpe nicht mehr hin“, so Schmidmeier weiter. Hier setze man auf Hybridkessel. Dabei wird ein Elektroheizsystem direkt in den Biomassekessel integriert. Über dieses Heizelement könne dann grüner Strom – je nach Börsenpreis – zur Wärmeerzeugung stufenlos ein- und ausgekoppelt werden.