Abo

Newsletter

Hybridgroßspeicher von EWE in Varel in Betrieb genommen

Ausgabe:
Bereiche:
Themen:
Ressort:
Unternehmen:

Der Oldenburger Energiedienstleister EWE hat gestern mit seinen japanischen Projektpartnern den Anfang des Jahres genehmigten neuartigen „Energiewendespeicher“ in Varel in Betrieb genommen. Der Speicher ist in seiner hybriden Bauart bisher einmalig: Lithium-Ionen Batterien, die einen raschen Zugriff auf die gespeicherte Energie erlauben, wurden mit Natrium-Schwefel-Batterien kombiniert, die sich zum längerfristigen Zwischenspeichern größerer Kapazitäten eignen. Die beiden bewährten Batterietypen werden intelligent gemeinsam gesteuert.

Mit der offiziellen Inbetriebnahme startet nun der Demonstrationsbetrieb, dem ein dreimonatiger technischer Testbetrieb vorausging. Die Projektpartner, zu denen die japanischen Unternehmen Hitachi Chemical, NGK Insulators und Hitachi Power Solutions gehören, interessiert nicht nur, wie der Speicher sich technisch in das Energiesystem fügt, sondern auch, wie er sich wirtschaftlich optimal betreiben lässt.

Der Hybridgroßspeicher steht im Nordwesten Niedersachsens in einer Region, in der jährlich doppelt so viel Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wird, wie dort verbraucht werden kann. Die Bezeichnung „Energiewendespeicher“ bringt die Funktion des Batteriespeichers auf den Punkt: Er soll Frequenzschwankungen im regionalen Stromnetz ausgleichen und so zur Netzstabilität beitragen. Damit erbringt er Systemdienstleistungen, die Netzbetreiber oder Betreiber von Windenergie- und anderen Erzeugungsanlagen an der Strombörse nachfragen können.

Einblick ins Innenleben: 25 der insgesamt 37 Stahlcontainer beherbergen Batterien, in den weiteren Einheiten sind Wechselrichter, Steuerungselektronik und Schaltanlage untergebracht. Quelle: EWE

Der Speicher gibt bei Bedarf mehr als 11,5 MW Leistung ins Stromnetz ab oder nimmt sie daraus auf. Seine Speicherkapazität von mehr als 22,5 MWh würde rechnerisch ausreichen, um alle Haushalte in Varel fünf Stunden lang mit Strom zu versorgen.

Auch interessant:

Regelenergie: Ampard und Zolar starten den Aufbau größerer Speicherpools

 

Mehr von EWE

Kernnetz-AnbindungSpatenstich für erste H2-Pipeline im Nordwesten

Mit einem symbolischen Spatenstich hat EWE Netz den Bau der Wasserstoffleitung „H2 Coastlink 1“ zwischen Emden und Leer gestartet. Das gab das Unternehmen bekannt....

Zunächst 10.000 Tonnen p.a.EWE und Salzgitter unterzeichnen langfristigen Liefervertrag für grünen Wasserstoff

Der Energiedienstleister EWE und die Salzgitter Flachstahl GmbH, ein Tochterunternehmen der Salzgitter AG, haben eine langfristige Vereinbarung über die Lieferung von grünem Wasserstoff geschlossen....

320-MW-ErzeugungsanlageEWE vergibt Großauftrag für Wasserstoffanlage in Emden

EWE hat für sein Wasserstoffprojekt „Clean Hydrogen Coastline“ in Emden einen weiteren Großauftrag vergeben. Das Unternehmen beauftragte den Industriedienstleister Bilfinger mit Leistungen im Stahlbau,...

Bilanz 2025EWE investiert 1,6 Mrd. Euro in Erneuerbare, Netze und H2

Der Energiekonzern EWE hat im vergangenen Jahr 1,6 Mrd. Euro in den Umbau des Energiesystems investiert – insbesondere in die Windenergie, den Ausbau der...

Standard für FCAsErneuerbaren-Branche begrüßt Vorstoß von EnBW und EWE in Sachen Netzpaket

Die Erneuerbare-Energien-Branche begrüßt einen von den Energiekonzernen EnBW und EWE erarbeiteten Vorschlag zur Entschärfung des Redispatch-Vorbehalts, der im Entwurf des Netzanschlusspakets des Bundeswirtschaftsministeriums enthalten...

Verwandte Meldungen

Erweitertes ProfilPV Austria wird zu Photovoltaic & Battery Austria

Der österreichische Branchenverband Photovoltaic Austria hat seinen Namen geändert und firmiert künftig als Bundesverband Photovoltaic & Battery Austria (PV&B Austria). Mit dem Schritt trägt...

Tolling-VertragCentrica sichert sich Kapazität aus 99-MW-Batteriespeicher

Zelestra und Centrica Energy haben einen physischen Tolling-Vertrag für das Batteriespeicherprojekt Hilgermissen in Niedersachsen geschlossen. Die Vereinbarung umfasst eine Speicherkapazität von 99 MW beziehungsweise...

Consentec und TU ClausthalAgNes: Was die Gutachter empfehlen

Das von Consentec und der TU Clausthal im Auftrag der Bundesnetzagentur erstellte Gutachten bildet eine wesentliche fachliche Grundlage für den AgNes-Entwurf. Die Autoren bewerten...

AgNes-ProzessBundesnetzagentur startet Konsultation zur Netzentgeltreform

Die Bundesnetzagentur hat die Konsultation zum Entwurf der neuen Allgemeinen Netzentgeltsystematik Strom (AgNes) gestartet. Die Reform soll ab 2029 die Verteilung von Netzkosten in...

Jahre 2027 bis 2029Nachfolgeregelung für ÜNB-Zuschuss geht in die Anhörung

Die Bundesregierung hat die Verbändeanhörung zur geplanten Fortführung des Zuschusses zu den Übertragungsnetzentgelten gestartet. Die Nachfolgeregelung soll die Jahre 2027 bis 2029 abdecken. Der...