Während in Deutschland weiter ausgiebig um den Weiterbetrieb von drei Atomkraftwerken debattiert wird, findet der zentrale Diskurs über Hemmnisse und Stellschrauben einer grundlegenden Energiewende in weiten Teilen nur in der Fachöffentlichkeit statt. Die jüngste Runde der EEG-Ausschreibungen macht diese Hemmnisse einmal mehr sehr deutlich: Sowohl die Ausschreibungen für die Windenergie als auch das Volumen für die Bioenergie ist weit unterzeichnet gewesen. So tritt der Ausbau der Erneuerbaren – gemessen an den Notwendigkeiten – weiter auf der Stelle. (Titelbildnachweis: eyewave/stock.adobe.com)

Im Titelbereich von ContextCrew Neue Energie 42.2022 werfen wir einen Blick auf die kurz- und mittelfristigen Ausbauperspektiven. „Der Druck auf die Rohstoffpreise als Folge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine sowie die deutliche Erhöhung der Finanzierungskosten aufgrund gestiegener Zinsen wirken sich spürbar auf das Ausbautempo der erneuerbaren Energien aus“, erläutert BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae die Hintergründe der bescheidenen Beteiligung an den September-Ausschreibungen. 

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Abzuwarten bleibt, ob der von den Übertragungsnetzbetreibern prognostizierte Nettozubau von EEG-Stromerzeugern in Höhe von 11,0 GW angesichts einer fortlaufenden Unterzeichnung der Ausschreibungen im kommenden Jahr erreicht wird. Die Hoffnungen liegen in ersten Linie auf der Solarstromerzeugung, die ÜNB erwarten hier einen Nettozuwachs von 8,5 GW. Angesichts weiter hoher Strompreise kalkulieren die Netzbetreiber für 2023 mit einem Nettoüberschuss aus Vermarktungserlösen abzüglich Förderkosten.

Im Bereich der Bioenergie prognostizieren die ÜNB in den nächsten Jahren einen Nettorückbau. Der angepeilte Erhalt des Status Quo wird hier angesichts unzureichender Anreize für Anlagenbetreiber zu einer weiteren Herausforderung der Energiewende.

Zu den Topthemen der Vorwoche:

Erlösobergrenze, Marktentwicklung und Biomassestrategie: Was kommt auf die Biogasbranche zu?