Die Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) hat erstmals den Energieverbrauch von rund 14.500 kommunalen Gebäuden im Südwesten umfassend ausgewertet. Das Ergebnis: Lediglich 17,8 Prozent der Gebäude erreichen den Zielwert beim Wärmeverbrauch (50 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr), beim Stromverbrauch erfüllen 29,39 Prozent den Zielwert von zehn Kilowattstunden. Besonders gut schneiden Verwaltungsgebäude ohne Klimatisierung sowie manche Schulen und Kitas ab. Insgesamt erfüllen 545 dieser Gebäude (elf Prozent) beide Zielwerte. Rund 36 Prozent der Liegenschaften nähern sich beim Wärmeverbrauch den Zielvorgaben.
Die Daten stammen aus den gesetzlich vorgeschriebenen Verbrauchsmeldungen der Kommunen. 538 von 1.136 Kommunen und Kreisen haben ihre Energieverbräuche für das Jahr 2022 gemeldet. KEA-BW hat die Werte in einem 428-seitigen Bericht („Energiespiegel“) aufbereitet – eine bundesweit bislang einzigartige Analyse. Bewertet wurden 67 Gebäudetypen, darunter Verwaltungsgebäude, Schulen, Kitas, Sporthallen und Bäder.
Claus Greiser, Bereichsleiter Energiemanagement bei der KEA-BW, betont den Nutzen der Erfassung: Sie erleichtere die Prüfung von Abrechnungen, das Erkennen von Einsparpotenzialen und die Planung von Sanierungen. Mit systematischem Energiemanagement seien zudem bis zu 30 Prozent Energieeinsparung möglich – oft ohne große Investitionen.
Die Daten dienen nicht nur den Kommunen selbst, sondern auch Klimaschutzagenturen, Planern und Investoren als Planungs- und Beratungsgrundlage.