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KWK: Auch Evonik setzt auf Gas beim Ausstieg aus der Kohle

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Gaskraftwerke spielen eine wichtige Rolle beim Ausstieg vieler Industrieunternehmen und Energieversorger aus der Kohlekraft. Volkswagen etwa setzt auf den Energieträger Gas bei der Modernisierung des Heizkraftwerks Wolfsburg-West, auch Eins Energie in Sachsen wechselt von der Kohle auf Gas – auch mit der Perspektive, künftig verstärkt „grüne Gase“ einsetzen zu können.

Ein weiteres Beispiel für diesen Trend bietet der Evonik-Konzern, der im Chemiepark Marl ein neues hocheffizientes Gas- und Dampfturbinenkraftwerk errichten will. Damit beende der Spezialchemiekonzern nach mehr als 80 Jahren die Erzeugung von Strom und Dampf auf der Basis von Steinkohle in Marl und senke seinen CO2-Ausstoß um bis zu eine Million Tonnen pro Jahr, heißt es bei Evonik. Die direkten jährlichen Treibhausgasemissionen seiner Anlagen weltweit würden so um fast ein Fünftel reduziert.

Die entsprechenden Verträge für den Bau des aus zwei Blöcken bestehenden Kraftwerks haben Evonik und Technologiepartner Siemens Ende August unterzeichnet. Der Baubeginn ist noch für dieses Jahr geplant, voraussichtlich im Jahr 2022 soll die hochflexible Anlage, die Strom und Dampf in Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt, in Betrieb genommen werden. Ihr Wirkungsgrad soll bei über 90 Prozent liegen.

Projektvolumen im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich

Modellhafte Darstellung des geplanten GuD-Kraftwerks im Chemiepark Marl.
Modellhafte Darstellung des geplanten GuD-Kraftwerks im Chemiepark Marl. (Quelle: Evonik)

Evonik lässt sich das Vorhaben einiges kosten. „Das Projektvolumen liegt im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich“, berichtet der Spezialchemiekonzern. Siemens Gas and Power verantwortet als Generalunternehmer gemeinsam mit seinem internen Partner Siemens Financial Services die Planung und Errichtung des gesamten Kraftwerks einschließlich eines neuen zentralen Leitstandgebäudes. Evonik betreibt die Anlage im Verbund mit den bereits vorhandenen Erdgaskraftwerken.

„Das zentrale Klimaziel von Evonik ist, unsere absoluten Treibhausgasemissionen bis 2025 gegenüber dem Basisjahr 2008 zu halbieren“, sagt Thomas Wessel, Personalvorstand und Arbeitsdirektor von Evonik. Mit dem neuen Kraftwerk stelle Evonik zudem langfristig die wirtschaftliche und zukunftsfähige Energieversorgung für den Chemiepark Marl, den größten Produktionsstandort von Evonik, sicher.

Hochflexible Laststeuerung ernöglicht Ausgleich schwankender Stromerzeugung aus Erneuerbaren

Für die Produktion im Chemiepark ist neben dem Strom insbesondere die Dampferzeugung wichtig. Die Anlage hat eine Leistung von 180 MW Strom und kann bis zu 440 Tonnen Dampf pro Stunde erzeugen. Die Laststeuerung der Anlage ist laut Evonik hochflexibel. Dadurch kann sie einen Beitrag leisten, schwankende Einspeisung aus erneuerbaren Energien ins Stromnetz auszugleichen. Aus dem Dampfverbundnetz des Standorts werden auch zukünftig rund 2000 Haushalte mit Fernwärme versorgt.

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MAN Energy Solutions baut Heizkraftwerke für eins-Energie

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