Avacon Natur, die Abwasser, Grün & Lüneburger Service GmbH (AGL) und die Hansestadt Lüneburg planen die Nutzung von Abwasserwärme für die Fernwärmeversorgung der Stadt. Kern des Vorhabens ist eine Großwärmepumpenanlage am Klärwerk Lüneburg, die gereinigtem Abwasser Wärme entzieht, diese auf ein nutzbares Temperaturniveau anhebt und in das Fernwärmenetz Lüneburg Mitte einspeist.
Nach Angaben von Avacon Natur soll die Anlage über eine Wärmeleistung von rund 10 MW verfügen und jährlich etwa 54 GWh Wärme erzeugen. Damit könnten künftig bis zu 80 Prozent des Wärmebedarfs im Fernwärmenetz Lüneburg Mitte gedeckt werden. Das Unternehmen investiert rund 34 Mio. Euro in das Projekt und hat dafür Fördermittel aus der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) beantragt.
Geplant ist der Bau einer Energiezentrale mit zwei Großwärmepumpen von jeweils rund 5,2 MW Heizleistung. Die Wärme soll über eine neue Fernwärmetrasse in das bestehende Netz eingespeist werden. Nach Angaben der Projektpartner wird die Anlage so ausgelegt, dass spätere Erweiterungen berücksichtigt werden können.
Klärbetrieb wird durch Betrieb der Wärmepumpe nicht beeinträchtigt
Technisch basiert das Konzept auf der Nutzung gereinigten Abwassers als Wärmequelle. Über Wärmetauscher wird dem Abwasser Energie entzogen und anschließend mittels Wärmepumpe auf rund 95 Grad Celsius angehoben. Der Klärbetrieb soll dadurch nicht beeinträchtigt werden.
Derzeit befindet sich das Vorhaben in der Planungs- und Genehmigungsphase. Der Baubeginn ist für 2027 vorgesehen. Nach Errichtung der Anlagentechnik, Netzanbindung und Testbetrieb soll die Anlage Anfang 2030 in Betrieb gehen.
Mit dem Projekt wollen die Partner den Anteil erneuerbarer Energien und unvermeidbarer Abwärme in der Fernwärmeversorgung deutlich erhöhen und einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung in Lüneburg leisten.