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Polen

Lyten übernimmt Batteriefertigung von Northvolt in Danzig

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Lyten übernimmt die Dwa-ESS-Aktivitäten von Northvolt im polnischen Danzig. Dabei handelt es sich um ein 25.000 m² großes Fertigungs- und F&E-Zentrum für Batteriespeichersysteme (BESS). Northvolt Dwa ESS war Teil von Northvolt Systems und ist derzeit nach Angaben von Lyten die größte BESS-Produktionsstätte Europas. Die finanziellen Details der Transaktion wurden von beiden Seiten nicht veröffentlicht. Lyten und Northvolt planen den Abschluss der im dritten Quartal 2025.

Die Übernahme beschleunige die Expansion des US-Unternehmens auf dem europäischen Markt für Lithium-Schwefel-Batterien und sichere Lyten Fertigungskapazitäten zur Deckung der steigenden Nachfrage im Markt für stationäre Batteriespeicher. Die Lithium-Schwefel-Batterien von Lyten verfügten über einzigartige Eigenschaften, die sie ideal für die wachsende Nachfrage im BESS-Segment machten. Sie bieten demnach einen breiteren Betriebstemperaturbereich, insbesondere unter heißen Bedingungen, verbesserte Sicherheit sowie die Möglichkeit, aus reichlich verfügbaren, kostengünstigen Materialien hergestellt zu werden, die in den USA und Europa vorkommen. Zudem sind Lithium-Schwefel-Batterien sehr energiedicht und extrem leicht.

Betrieb soll umgehend aufgenommen werden

„Wir planen, den Betrieb in Polen umgehend wieder aufzunehmen und sowohl bestehende als auch neue Kundenaufträge zu bedienen“, sagt Dan Cook, CEO und Mitgründer von Lyten. Das Dwa-ESS-Werk wurde 2023 in Betrieb genommen. Es umfasst Anlagen, die eine Produktionskapazität von bis zu 6 GWh ermöglichen, mit der Option auf einen Ausbau auf mehr als 10 GWh. Das Werk wird mit erneuerbarer Energie versorgt und verfügt über Aufträge, die sich bis ins Jahr 2026 erstrecken.

„Die Botschaft, die wir von europäischen Kunden klar hören, ist: Sie wollen Energiespeichersysteme, die in Europa produziert werden – mit lokalen, geopolitisch sicheren Lieferketten. Danzig ist dafür der perfekte Standort“, sagt Lars Herlitz, Vorsitzender des Vorstands und Mitgründer von Lyten.

Der Markt für stationäre Batteriespeicher (BESS) ist das am schnellsten wachsende Segment der Batterietechnologie. Er ist entscheidend, um den Energiebedarf von KI-Rechenzentren zu decken, die Netzstabilität in Europa und Nordamerika zu erhöhen und den Energiebedarf in Schwellenländern zu bedienen. Im Dezember hatte Lyten eine Absichtserklärung über 650 Mio. USD mit der Export-Import-Bank der Vereinigten Staaten (EXIM) bekannt gegeben, um die Batterieproduktion auszubauen und die Belieferung von Schwellenländern mit BESS zu starten.

„Lyten führt die Mission von Northvolt fort“

Robert Chryc-Gawrychowski, CEO von Northvolt Polen, erklärte: „Northvolt hatte das Ziel, eine nachhaltige europäische Batterieindustrie mit aufzubauen. Lyten führt diese Mission fort – mit der Produktion von Energiespeichersystemen und der Einführung von Lithium-Schwefel-Batterien in Europa. Diese ersetzen kritische Rohstoffe wie Nickel, Kobalt, Mangan und Graphit durch lokal verfügbare Materialien. Es ist wichtig und erfreulich, dass die Fabrik in Danzig, die für Energiespeichersysteme gebaut wurde, auch weiterhin in Betrieb bleibt.“

Northvolt hatte Ende 2024 angekündigt, sich im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung und eines Insolvenzverfahrens von der Geschäftseinheit Northvolt Systems zu trennen. Im April 2025 hatte bereits der schwedische Nutzfahrzeughersteller Scania einen Teilbereich („Industrial“) übernommen.

Die Zukunft des Projekts der „Northvolt Drei“ Gigafactory bei Heide ist bislang nicht geklärt. Die zuständige deutsche Einheit arbeitet unabhängig vom Insolvenzverfahren der Muttergesellschaft weiter – Gespräche mit mehreren potenziellen Investoren führten dem Vernehmen nach zu einem konsistenten Fortgang der Arbeiten. Im Mai 2025 betonte ein Unternehmenssprecher, dass die Konstruktion planmäßig verläuft und erste Zellfertigungsanlagen bis Ende 2027 in Betrieb gehen sollen. Lokale Behörden berichten ebenfalls von geordneten Fundamentarbeiten, Pfahlgründungen und Infrastrukturvorbereitungen zur Versorgung von bis zu 3.000 neuen Arbeitsplätzen.

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