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Mieterstrom im neuen Tübinger Quartier am alten Güterbahnhof

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Wohnraum in Tübingen ist ein knappes Gut, so dass die Stadt vor einigen Jahren beschlossen hat, eine große Fläche am alten Güterbahnhof entlang der Bahnstrecke in Richtung Reutlingen in ein neues Stadtquartier mit Wohnungen und Büroflächen zu verwandeln. In die Entwicklung des Projekts ist auch die Düsseldorfer Naturstrom AG involviert, die hier ihr bislang größtes Mieterstromprojekt realisiert. Das Unternehmen übernimmt bei dem Vorhaben auch den Messstellenbetrieb. Zur Auslesung hat Naturstrom dabei ein LoRa-Funknetz aufgebaut.

Die Gesamtleistung der Solarmodule, die Naturstrom für das 10 Hektar große Quartiersprojekt installiert hat, liegt bei 230 kW, gerechnet wird mit einem jährlichen Ertrag in Höhe von 210 MWh. Damit decke der Solarstrom aus dem Quartier mehr als die Hälfte des gesamten Strombedarfs in den Gebäuden. Etwa 70 Prozent der Mieter der 156 Wohneinheiten konnte man bereits für den Mieterstromtarif gewinnen, berichtet Naturstrom. Die Reststrommengen werden über zertifizierten Ökostrom gedeckt.

Um die Verbrauchsdaten im Quartier einfach und stichtagsgenau erfassen zu können, hat Naturstrom ein LoRa-Funknetz installiert. Stromzähler, aber auch Zähler für Wärme und Wasserverbräuche oder Sensoren für Luftqualität und Parkplatzbelegungen könnten über entsprechende Funknetze mit geringem Aufwand, hoher Zuverlässigkeit und Datensicherheit ausgelesen werden, betont Naturstrom. „Dies senkt nicht nur die Kosten für den Betrieb von Mieterstromprojekten, sondern macht auch Potentiale zur Steigerung der Energieeffizienz sichtbar“, sagt Naturstrom-Vorstand Tim Meyer. „Flexible Energiedatenerfassung spielt daher für uns eine immer wichtigere Rolle.“

Sektorkopplung macht Mieterstrom im Quartier besonders attraktiv

Ein Teil des Quartierprojekts wird von der Güterbahnhof Wohnungsbau GmbH & Co KG entwickelt, Projektentwickler ist pro.b, ein nachhaltig orientierter Immobilienentwickler mit Sitz in Berlin. Der Alte Güterbahnhof in Tübingen ist bereits das dritte gemeinsame Mieterstromprojekt von Naturstrom und pro.b.

„Im Quartiersformat ist Mieterstrom noch immer etwas Besonderes, deswegen freue ich mich sehr über den Abschluss dieses Projekts“, so Meyer weiter. Die Möglichkeiten zur Koppelung mit Wärme- oder Mobilitätsangeboten machten Mieterstrom im Quartier besonders interessant. Dass Mieterstromprojekte trotz vieler Vorzüge in Quartieren noch sehr selten umgesetzt werden, liege „vor allem“ an regulatorischen Hemmnissen. „Wenn die Bundesregierung hier wie angekündigt an einigen Punkten nachschärft, wird Mieterstrom in Quartieren und auch insgesamt für immer mehr Akteure interessant und endlich an Fahrt aufnehmen.“

Hier finden Sie Hintergründe zum Thema Mieterstrom:

Mieterstrom: Hemmnisse, Potenziale und Ausblick

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