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Regierungschefs in Hamburg

Nordsee-Gipfel: Europa soll beim Ausbau der Offshore-Windenergie koordinierter vorgehen

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Am Montag findet der dritte Nordsee-Gipfel statt, den erstmals die Bundesregierung im Hamburger Rathaus ausrichtet. Auf dem Gipfel sollen wichtige Entscheidungen für eine engere Zusammenarbeit bei dem Ausbau der Windenergie auf See getroffen, betont das Bundeswirtschaftsministerium. „Ein gemeinsamer Ausbau ist zentral, um Europas Energiesicherheit und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, die Investitions- und Planungssicherheit für die Offshore-Windindustrie wiederherzustellen und die Strompreise zu senken.“

Auf Einladung von Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (beide CDU) kommen in Hamburg Staats- und Regierungsspitzen sowie Energieministerinnen und -minister zusammen. Eingeladen sind Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Irland, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen und die Europäische Kommission sowie erstmals auch Island und die NATO. Zudem werden über 100 Unternehmensvertreterinnen und -vertreter am Gipfel teilnehmen.

Auf dem Energiedialog des BEE betonte BMWE-Staatssekretär Frank Wetzel, dass es „uns sehr wichtig ist, ein Signal der Zusammenarbeit zu geben“. Die Weiterentwicklung der Offshore-Windenergie stehe im Zeichen des Mottos „More regional – less national“. Es gehe darum, Offshore-Flächen und Offshore-Windenergieanlagen besser zu nutzen, Verschattungsfragen zu adressieren und die Effizienz der Offshore-Windkraft zu verbessern. Es gehe aber auch darum, die heimische Offshore-Industrie zu stärken, sagte Wetzel und verwies beispielhaft auf die Konverterindustrie.

Nordsee-Gipfel: Investitionsbedingungen im Bereich Offshore-Wind sollen verbessert werden

In einer Mitteilung nennt das BMWE als Ziele des Gipfels die Schaffung geeigneter Investitionsbedingungen für die Offshore-Windenergie, die grenzüberschreitende Planung und Finanzierung von Windparks auf See und den dazugehörigen Stromnetzen sowie den Schutz kritischer Infrastruktur. Synergieeffekte bei der Flächennutzung sollten gehoben, der europäischen Stromhandel gestärkt und eine bessere Auslastung der Netzinfrastruktur gewährleistet werden. Dies solle durch die Planung und Umsetzung von Offshore-Windparks mit Stromanbindung an mehr als ein Land als auch die Anbindung von Offshore-Windparks aus der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) anderer Länder – sogenannte Kooperationsprojekte – gelingen. Auch der Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur in der Nordsee soll thematisiert werden.

Bundeskanzler Friedrich Merz unterstrich zur Ankündigung des Gipfels, dass die Zusammenarbeit in der Nordsee für ein wirtschaftsstarkes, sicheres und unabhängiges Europa von zentraler Bedeutung sei. Alle Teilnehmer verbinde das Ziel, „die Nordsee zum größten Reservoir für saubere Energie weltweit auszubauen“. Dafür wolle man in Hamburg die Weichen stellen.

Auch die Windenergiebranche spricht sich für eine noch effizientere Nutzung des Offshore-Windpotenzials der Nordsee aus. Am 18. und 19. März 2026 lädt das Branchennetzwerk WAB unter dem Motto „Morgen ist heute – für saubere Energie und klare Zukunft“ zur Windforce-Konferenz ein, um dort den „dringenden politischen Handlungsbedarf“ zu unterstreichen. An den Markt angepasste, zukunftsgerichtete, langfristige gesetzliche Regularien schafften Planungssicherheit für Zulieferer und Betreiber. Sie erlaubten Investitionen unter anderem in die Automatisierung von Produktionskapazitäten, Kabelwerke, Netze, Werften, Spezialschiffe, Häfen sowie in Fachkräfte-Qualifizierungsmaßnahmen, heißt es bei der WAB.

BalWin5-Konverterstation bringt „großen Effizienzsprung“

Es gehe mithin um Innovationen, stabile, resiliente Preisstrukturen und die Senkung der Kosten der Transformation. Was möglich ist, zeige das aktuelle Beispiel der Tennet Germany. Mit der Beauftragung der BalWin 5 Konverterstation, mit bis zu 2,2 GW Offshore-Wind-Übertragungskapazität sei „ein großer Effizienzsprung“ gelungen, der die hohe Innovationskraft der Branche belege. „Damit wird das Vorhaben zum Piloten für die nächste Ausbaustufe“; heißt es bei der WAB.

Der jetzt in Hamburg stattfindende Nordsee-Gipfel wurde 2022 erstmals auf Initiative Dänemarks in der Hafenstadt Esbjerg veranstaltet. Ziel des Gipfels war es, die Zusammenarbeit der Nordseeländer beim Ausbau der Windenergie auf See zu stärken, um so die gemeinsamen Abhängigkeiten von fossilen Brennstoffimporten aus Russland angesichts Angriffskrieges auf die Ukraine zu mindern. 2023 fand der zweite Nordsee-Gipfel im belgischen Ostende statt, an dem neben den Esbjerg-Staaten (Deutschland, Dänemark, Belgien und den Niederlanden) auch Norwegen, Frankreich, Luxemburg, das Vereinigte Königreich und Irland teilnahmen. Bei diesem Gipfel beschlossen die teilnehmenden Länder die Nordsee zum „grünen Kraftwerk für Europa” auszubauen und gemeinsam bis zu 300 Gigawatt Leistung bis 2050 in der Nordsee zu installieren.

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