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Pilotprojekt: Tennet und Statkraft wollen bei Netzüberlastung weniger Erneuerbare drosseln

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Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet und der Energiekonzern Statkraft untersuchen in einem gemeinsamen Pilotprojekt, wie das Netz intelligent gesteuert werden kann. Dazu gehört die Nutzung der Einspeiseprognosen von Windparks in Norddeutschland, die von Statkraft vermarktet werden. Tennet will diese Daten nutzen, um die Berechnungen der Netzauslastung zu verbessern und so frühzeitig mögliche Transportengpässe im Netz identifizieren und beheben zu können.

In einem zweiten Schritt soll die direkte Steuerung von Windkraftanlagen durch Tennet erprobt werden, um Netzengpässe zu entlasten. Dabei greift Tennet auf Windparks von Statkraft zu, die am Verteilnetz angeschlossen sind, und regelt sie bei drohenden Netzengpässen direkt ab. Um dies zu ermöglichen, wollen Tennet und Statkraft entsprechende Kommunikations- und IT-Prozesse entwickeln.

Direkte Steuerung von WEA bei Netzengpässen

„Wir lösen tagtäglich mit hunderten Eingriffen in die konventionelle und erneuerbare Erzeugung Engpässe im Stromnetz auf. Damit wir nur so viel wie nötig eingreifen, ist für uns ein unmittelbarer Zugriff auf Windkraftanlagen wichtig, um sie bei Netzengpässen steuern zu können“, erläutert Tennet-Geschäftsführer Lex Hartman. Durch diesen direkten Zugriff könnte es letztlich möglich werden, gezielt nur die für die Aufrechterhaltung der Netzstabilität benötigte Kapazität der Windkraftanlagen abzuregeln. Im Vergleich zum heutigen System würden so weniger erneuerbare Erzeugungsanlagen zur Netzstabilisierung genutzt, um den gleichen Effekt zu erzielen und dies würde langfristig wiederum weniger Kosten für die Stromverbraucher bedeuten, so Hartman.

Gezielterer Einsatz von Einspeisemanagement-Maßnahmen

Als Vermarkter und Bilanzkreisverantwortlicher ist Statkraft für die Fahrweise des Windparks verantwortlich. „Mit unseren Daten können wir zu lokaler Flexibilität beitragen und das Netz regional stabil halten. Für unsere Kunden erhoffen wir uns ganz konkret durch das Projekt einen gezielteren Einsatz von Einspeisemanagement-Maßnahmen als es heute der Fall ist“, sagt Pieter Schipper, Geschäftsführer von Statkraft in Deutschland.

Da die Anpassung des Stromnetzes an die Anforderungen der Energiewende langsamer voran gehe als der Ausbau der erneuerbaren Energien, komme es heute immer öfter zu Transportengpässen im Stromnetz, heißt es in der Mitteilung weiter. Um sie zu vermeiden, greift Tennet in die Erzeugung von konventionellen Kraftwerken und von erneuerbaren Energien ein (Redispatch, Netzreserve, Windabregelungen) und sorgt so dafür, dass der Stromtransport im Rahmen der Übertragungskapazität des Netzes liegt.

Kosten für netzstabilisierende Maßnahmen bei 1,4 Mrd. € in 2017

Die Kosten hierfür lagen 2017 deutschlandweit bei 1,4 Mrd. €; davon entfielen allein auf das windreiche Verantwortungsgebiet von Tennet knapp 1 Mrd. €. Die Kosten für diese netzstabilisierenden Maßnahmen werden über die Netzentgelte letztlich von den Stromverbrauchern getragen.

Das Vorhaben wird im Rahmen des Verbundprojekts „NEW 4.0 – Norddeutsche EnergieWende“ realisiert. Das Verbundprojekt wird vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) im Rahmen des Förderprogramms „Schaufenster intelligente Energie – Digitale Energiewende“ (SINTEG) gefördert.

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