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Power-to-Gas: Regio Energie Solothurn weiht Methanisierungs-Anlage ein

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Das öffentlich-rechtliche Energieunternehmen Regio Energie Solothurn wird am 28. Januar eine Methanisierungs-Anlage offiziell eröffnen, die im Rahmen des Projekts „Store&Go“ entwickelt wurde. Nach einer Planungs- und Bauzeit von rund zwei Jahren sei die Anlage auf dem Areal Aarmatt in Zuchwil nun bereit, den operativen Betrieb aufzunehmen und erstmalig in der Schweiz erneuerbares Gas aus erneuerbarem Strom herzustellen. Das teilte Regio Energie Solothurn im Vorfeld der Eröffnungsfeier mit.

Die neue Demonstrationsanlage ergänzt das Hybridwerk Aarmatt und nutzt das Verfahren der biologischen Methanisierung. Sogenannte Archaeen (Urbakterien) verwandeln dabei Wasserstoff, der aus dem Hybridwerk bezogen wird, in Methan. Dazu benötigen die Archaeen neben dem Wasserstoff auch Kohlendioxid, das über eine Leitung aus der Anlage des Zweckverbands Abwasserregion Solothurn-Emme (ZASE) zugeführt wird. Ziel ist es, eine so hohe Methankonzentration zu erhalten, dass dabei Erdgasqualität erreicht und das Produktgas somit direkt ins Gasnetz eingespeist werden kann.

Der Prozess der biologischen Methanisierung für den Standort Schweiz wurde von dem Unternehmen Electrochaea entwickelt und hochskaliert. Neben Electrochaea sind auch die Hochschule für Technik Rapperswil (HSR), die Regio Energie Solothurn, die Ecole polytechnique fédérale Lausanne (EPFL), die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) sowie der Schweizer Verband des Gas- und Wasserfachs an der Entwicklung der Methanisierungsanlage in Solothurn beteiligt.

Wasserstoff stammt aus Hybridwerk Aarmatt

Im Hybridwerk Aarmatt wird der benötigte Wasserstoff erzeugt. Die bei der PEM-Elektrolyse entstehende Abwärme wird praktisch vollständig genutzt und ins Fernwärmenetz der Regio Energie Solothurn eingespeist. Die Anlage erfüllt damit die hohen ökologischen und sozialen Anforderungen der Mineralölsteuer-Gesetzgebung. Neben einer Fernwärmeleitung verfügt das Hybridwerk auch über Anschlüsse an das Gas- und Stromnetz, hinzu kommt das Wassernetz – auf der Aarmatt befindet sich das Hauptpumpwerk der Regio Energie Solothurn. Das Vorhandensein dieser vier Netze (sog. Netzkonvergenz) ermöglicht eine Umwandlung unterschiedlicher Energieformen und dient als Speicherrelais dazu, Stromspitzen zu brechen.

Im Rahmen des Projekts „Store&Go“ arbeiten europaweit 27 Partnerorganisationen und Unternehmen zusammen, um die Power-to-Gas-Technologie marktfähig zu machen und in das zukünftige europäische Energiesystem zu integrieren. Neben der Erforschung der biologischen Methanisierung in der Schweiz werden dabei in Falkenhagen und im italienischen Troia chemische Methanisierungsverfahren entwickelt.

Gesamtkosten von „Store&Go“ belaufen sich auf 28 Mio. €

Das Projekt „Store&Go“, dessen Gesamtprojektkosten sich auf 28 Mio. € belaufen, wird durch das „Horizon 2020 Forschungs- und Innovationsprogramm“ der EU mit rund 18 Mio. € gefördert. Für die Forschungen in der Schweiz steht ein Budget von 5,7 Mio. € (6,25 Millionen Franken) zur Verfügung, das Staatsekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) unterstützt das Projekt.

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