In Deutschland sind seit Anfang 2025 insgesamt 13 neue Solarthermieanlagen für Wärmenetze mit zusammen rund 137.000 m² Bruttokollektorfläche und etwa 84 MW thermischer Leistung in Betrieb gegangen. Das geht aus einer Marktübersicht des Forschungs- und Beratungsunternehmens Solites hervor.
Im Jahr 2025 wurden elf Anlagen mit knapp 70.000 m² Kollektorfläche fertiggestellt. Zu den größten Projekten zählen Stralsund mit 24.361 m², Tübingen-Au mit 12.000 m² und Bracht in Hessen mit 11.637 m². Hinzu kamen kleinere Anlagen unter anderem in Delitzsch, Föhr, Wolmirstedt, Dresden und Regensburg.
Im laufenden Jahr 2026 gingen bislang zwei weitere Anlagen ans Netz. Den größten Anteil daran hat die Solarthermieanlage Leipzig-Lausen mit 65.208 m² Bruttokollektorfläche. Hinzu kommt ein Projekt in Waldalgesheim in Rheinland-Pfalz mit 1.886 m². Damit sind bereits wie im gesamten Vorjahr 42 MW an thermischer Leistung neu errichtet worden.
Bundesweit 75 solare Wärmenetze mit 222 MW Leistung in Betrieb
Weitere Projekte befinden sich bereits in der Umsetzung. Für sieben Anlagen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Hessen, Baden-Württemberg, Sachsen und Bayern nennt Solites zusammen rund 52.700 m² zusätzliche Kollektorfläche und etwa 32 MW Leistung. Die größten Vorhaben entstehen demnach in Steyerberg, Erkrath und Lübeck mit jeweils 12.000 bis 14.000 m² Kollektorfläche.

Neben dem klassischen Einsatz in Wärmenetzen verweist Solites auf eine zunehmende Verzahnung mit industriellen Anwendungen. So liefern die Anlagen in Bad Rappenau und Dettenhausen sowohl Wärme für Wärmenetze als auch für industrielle Prozesse.
Langfristig sieht das Unternehmen erhebliches Wachstumspotenzial. Laut der Studie „Perspektive der Fernwärme“ von Prognos soll Solarthermie im Jahr 2045 rund 4 TWh Wärme für deutsche Fernwärmenetze bereitstellen. Dafür wären nach Angaben von Solites etwa 10 Mio. m² Bruttokollektorfläche erforderlich. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten künftig jährlich rund 500.000 m² Solarthermie-Kollektoren neu installiert werden. Der aktuelle Markt liegt damit weiterhin deutlich unter dem langfristig notwendigen Ausbautempo.