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Stadtwerke Nordfriesland setzen auf Kalte Nahwärme

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Im Mai 2023 haben die Stadtwerke Nordfriesland vom BAFA aus Mitteln des BMWK einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 2,1 Mio. € für ein neues Wärmekonzept im nordfriesischen Leck erhalten. Der Bescheid bezieht sich auf das Projekt „Kalte Nahwärme“ (KNW) in Leck, konkret für das Neubaugebiet Mühlenberg II. Mit der Förderung werden rund 37 Prozent der zu erwartenden Gesamtkosten des Projektes abgedeckt, berichten die Stadtwerke.

In einem ersten Bauabschnitt, der im vergangenen November startete, sollen 153 Abnahmestellen mit Kalter Nahwärme versorgt werden, darunter eine Kita, eine Seniorenanlage sowie Ein- und Zweifamilienhäuser mit Grundstücksgrößen von 600 bis 700 m². Alle Gebäude sollen mittels des innovativen Konzeptes mit Wärme versorgt werden, es besteht ein Anschluss- und Benutzungszwang.

Für die Versorgung entziehen Kollektorfelder im Erdreich der Erde 5 °C bis 10 °C Wärme, die über ein Sole-Wassergemisch zu den Häusern geleitet und mittels separater Wärmepumpen verdichtet wird. Die erzeugte Energie in Form von Wärme wird zur Beheizung des Gebäudes und zur Erwärmung des Trinkwassers genutzt. Anschließend fließt die abgekühlte Sole zurück zum Kollektorfeld, nimmt erneut Temperatur auf und der Prozess beginnt von vorn. Im Sommer wirkt das Konzept genau umgekehrt, dadurch kann das Haus gekühlt und dem Erdreich Energie wieder zugeführt werden. Dazu wird die Fließrichtung einfach umgekehrt.

Während der Heizperiode werden auf diese Weise 73,7 Prozent des Wärmebedarfs durch die Quellenergie aus dem Erdreich gedeckt, berichten die Stadtwerke. Reicht die Energie nicht aus, wird zusätzlich Strom zum Heizen benötigt. Für das Baugebiet in Leck wird ein Gesamtwärmebedarf von jährlich 1.521 MWh veranschlagt. „Die Verbindung zwischen Umweltwärme aus dem Erdreich, den hocheffizienten Wärmepumpen und der bidirektionalen Wärmeflussrichtungen bei Heiz- und Kühlbedarf verleiht dem Wärmekonzept dieses Neubaugebietes einen hohen Innovationsgrad“, sagt Technikchef Joachim Pilz von den Stadtwerken Nordfriesland.

Das Land Schleswig-Holstein hatte im Mai mitgeteilt, den Ausbau kommunaler Wärmenetze auch seinerseits fördern zu wollen. Bis 2040 will das Land klimaneutral werden. Gerechnet wird mit Investitionen von mindestens sechs Mrd. €. Mit zehn Mio. € will das Land die Energieberatung ausbauen. Mit Hilfe des Ukraine-Notkredits hatte Schwarz-Grün bereits Landesmittel in Höhe von 75 Mio. € für die Wärmeversorgung bereitgestellt, die die Kommunen mit weiteren 75 Mio. € kofinanzieren sollen.

Kontext zum Thema:

Im Blickpunkt: Grüne Fernwärme

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